Open-Air-Filmretrospektive vor der Gedenkstätte
MAUTHAUSEN. Noch bis 25. August werden vor dem Besucherzentrum ab 20 Uhr Spielfilme zum Thema „Der Weg in die Konzentrationslager - Menschenverachtung, Antisemitismus, Ausgrenzung“ gezeigt.

Im Gedenkjahr 2018 finden zahlreiche Veranstaltungen in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen statt. Zwei Filme im Rahmen einer Retrospektive wurden bereits aufgeführt und machten die zahlreichen Besucher mehr als betroffen, was die anschließenden Diskussionen mit Frank Stern vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien deutlich zeigten.
Filmretrospektive zu Verfolgung und Massenmord
Das Grauen des NS-Regimes begann mit der alltäglichen Diskriminierung, Entmenschlichung, mit Religionshass und physischer Bedrohung. Frank Stern: „Die Verletzung von Menschenrechten stand nie allein für sich, sie bereitete stets den Weg für die „Ent-Demokratisierung“ der Gesellschaft.“ Menschen wurden verschleppt, mussten jene Mauern errichten, hinter denen sich der menschenverachtende Terror austoben konnte. Filmemacher aus vielen Ländern versuchten und versuchen, die Erinnerung an die Zeit vor und nach 1945 wach zu halten, um nachwachsenden Generationen zu zeigen, wie es zur millionenfachen Verfolgung und zum Massenmord kommen konnte.
Veranstaltungen
Freitag, 24. August, 20 Uhr „Der Verschlag / L'encols“ (Fr, Jug 1960, Regie: Armand Gatti)
„Der Regisseur versuchte mit seinem Erstlingsfilm eine Realität zu zeigen, in der auch mit psychologischen Mitteln versucht wurde, die Gefangenen zu brechen, zum Verrat an sich selbst und anderen zu zwingen. Zwei Häftlinge, ein Widerstandskämpfer und ein Jude werden in eine Zelle gesperrt. Wer am nächsten Morgen noch lebt, ist frei oder beide werden hingerichtet.“
Samstag, 25. August, 10 Uhr Die Anfänge des KZ-Systems Mauthausen
Spezialrundgang an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen
1938 - im ersten Jahr seiner Existenz wurden im KZ Mauthausen etwa 150 Gefangene getötet, sechs Jahre später ermordete die SS im Mauthausen-System beinahe doppelt so viele Menschen an einem einzelnen durchschnittlichen Tag. Im Gedenkjahr 2018 versucht dieser Rundgang die Frage zu stellen, wie es soweit kommen konnte.
Samstag, 25. August 2018, 16 Uhr Begleiteter Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Samstag, 25. August 2018, 20 Uhr „Korczak“ (Pol 1990, Regie: Andrzej Wajda)
„Der Arzt und Pädagoge Janusz Korczak leitet ein Waisenhaus mit 200 Kindern. Er versucht, seine humanistischen und demokratischen Erziehungsmethoden umzusetzen. Die Kinder sollen sich in Formen der Selbstverwaltung üben, sich auf das spätere Leben vorbereiten. Sein Problem und das der Kinder besteht darin, dass sich das Kinderheim im Warschauer Getto befindet. Immer wieder wird ihm versichert, dass das Kinderheim nicht deportiert wird. Doch auf wen kann sich Korzcak verlassen? Einführung von Univ.-Prof. Frank Stern vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, mit anschließender Diskussion. Bei Schlechtwetter werden die Filme im angrenzenden Besucherzentrum gezeigt.“


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