Bundespräsident gedachte im KZ-Mauthausen den Opfern
MAUTHAUSEN. Heute vor 75 Jahren, am 5. Mai 1945, befreiten die Amerikaner das Konzentrationslager Mauthausen und seine Nebenlager. Anlässlich diesen Tages legte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der menschenleeren Gedenkstätte heute Vormittag einen Kranz nieder. Und auch Landeshauptmann Thomas Stelzer gedachte den Opfern des Nationalsozialismus.

„Fassungslos - auch heute noch - und voll Scham verneigen wir uns vor den Opfern von damals. Voll Demut bekennen wir ein, dass wir das Geschehene nicht ungeschehen machen können. Und auch wenn die Nachgeborenen keine Schuld trifft – Verantwortung müssen wir dennoch übernehmen“, sagt Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Videobotschaft.
Verantwortung, dass Erinnerung bleibt
„Das Konzentrationslager Mauthausen steht für unvorstellbares Leid, unsäglichen Hass und war das Ergebnis einer menschenverachtenden Politik. Es liegt in unserer Verantwortung, die Erinnerungen daran wachzuhalten und die Worte der Überlebenden tief in unserem Bewusstsein zu verankern, damit sich solch grausame Taten niemals wiederholen“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer.
„Die fundamentalen Stützen unserer Republik – Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte – sind stark und robust, sie sind aber nicht unzerstörbar. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte brauchen nämlich auch immer eine Gesellschaft, die zu jeder Zeit klar dafür eintritt und sich dazu bekennt. Das Gedenken an das dunkelste Kapitel unserer Geschichte führt uns das vor Augen“, so der Landeshauptmann.
Keine Toleranz gegenüber Ausgrenzung
„Das Konzentrationslager Mauthausen kam nicht über Nacht. Am Anfang standen Ausgrenzung, Rassismus und Ablehnung politisch Andersdenkender. Für mich gibt es deshalb keinerlei Toleranz gegenüber solchen Tendenzen in einer Gesellschaft. Solchen Entwicklungen gilt es immer den Nährboden zu entziehen und dagegen mit aller Kraft anzukämpfen“, betont Stelzer weiter.
Die Befreiungsfeier findet heuer zwar wie immer am 10. Mai statt, wegen der Coronakrise allerdings online auf der Website des Mauthausen Komitees Österreich.


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