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MELK. Ein Ort jubiliert. 1898 wurde Melk zur Stadt erhoben – das war vor 120 Jahren. Auch die Internationalen Barocktage im Stift und die Tischlerei Melk Kulturwerkstatt feiern runde Geburtstage. Der Jazzclub Melk begeistert seit einem Vierteljahrhundert. Ein Jahr der Zelebrationen wartet auf die Stadtgemeinde.

Von links: Stadtrat für Kultur Emmerich Weiderbauer (Grüne), Pater Martin Rotheneder und die Intendanten Alexander Hauer und Kurt Farasin.

„Wir haben aus einem schlampigen Verhältnis ein offizielles gemacht“, lässt Alexander Hauer wissen. Einblicke in sein Privatleben gewährt der künstlische Leiter der Melker Sommerspiele und der Tischlerei damit allerdings nicht. Vielmehr blickt er auf die Ursprünge der seit vier Jahren bestehenden Kulturpartnerschaft Melk zurück, der das Stift, die Stadt, die Wachau Kultur und die Schallaburg angehören und die anlässlich des Festjahres zur Pressekonferenz lud. Dialoge und Kooperationen zwischen den einzelnen Kulturpartnern sollen Raum für neue Ideen schaffen und Synergieeffekte auslösen. „Ich finde es großartig und wichtig, dass die vier großen Kunst- und Kulturanbieter in und um Melk trotz ihrer Unterschiedlichkeit gemeinsame Sache machen“, zeigt sich Hauer über seinen kulturellen Beziehungsstatus glücklich. „Es gibt wohl kaum eine andere Kleinstadt, in der es soviele Veranstaltungen gibt“, macht Pater Martin Rotheneder aufmerksam – rund 250 seien es jährlich. Bereits zum 40. Mal lädt das Stift Melk heuer zu den Internationalen Barocktagen. Unter dem Motto „Il Suono Dell“Universo: Die Schöpfung und ihre Naturgewalten“ und unter der künstlerischen Leitung von Tenor Michael Schade stehen die diesjährigen Pfingstkonzerte. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres wird am 21. April bei freiem Eintritt mit Musik, Tanz, Kulinarik und vielem mehr in der Melker Altstadt der barocken Lebensfreude gefrönt. „Barock findet Stadt“ lautet die Überschrift dazu.

„Bewahren gehört zur Kultur“

Seit 40 Jahren wird im Stift nicht nur konzertiert, sondern auch restauriert. „Das Sanieren, Restaurieren und Pflegen der Klosteranlage ist kein Selbstzweck und dient der Erhaltung für die Nachwelt. Auch das Bewahren gehört zur Kultur“, betont Rotheneder und bezeichnet die Lustbarkeitssteuer, die in den vergangenen Monaten für reichlich Diskussionsstoff in der Stadtgemeinde gesorgt hatte, als „Absurdität“. Weiteres Restaurieren sei aufgrund dieser eingestellt, so der Stiftspater. Emmerich Weiderbauer fühle sich als Stadtrat für Kultur (Grüne) wie ein Oberkellner in einem Haubenrestaurant. In Anbetracht der Lustbarkeitsabgaben spricht Weiderbauer von einer „schwierigen Zeit“. „Es gibt weitere Gespräche. Auch in der Stadt fehlt es an Geld. Wir sind aber auf einem guten Weg, eine Lösung zu finden“, so Weiderbauer. Er betonte wie seine Mitredner, sich in der Kulturpartnerschaft sehr wohlzufühlen. „Kultur kann nicht isoliert stattfinden“, ist Kurt Farasin, künstlerischer Leiter der Schallaburg, überzeugt. Er konnte vor Kurzem mit der Eröffnung der Ausstellung „Byzanz und der Westen. 1000 vergessene Jahre.“ den Feier-Reigen beginnen. Dessen vorläufigen Abschluss und Höhepunkt bildet ein Familienfest am 29. und 30. September – 120 Jahre Stadterhebung und zehn Jahre Tischlerei Melk sind der Anlass dafür. Möglichkeiten sich davor schon in Feierlaune zu bringen, gibt es viele, etwa beim Melker Höfefest am 20. und 21. Juli.


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