Schätze aus der Vogelperspektive
Südliches Waldviertel. Viele Menschen fotografieren, einige Menschen fliegen. Doch kaum jemand verbindet diese Tätigkeiten. Markus Haslinger aus Eitental (Weiten) verschrieb sich dieser kombinierten Leidenschaft und erstaunt mit seinen Fotos aus der Vogelperspektive.

“Ich wollte schon immer fliegen. Bereits mit vier oder fünf Jahren habe ich meine ersten Flugversuche mit einem Regenschirm unternommen und bin dabei natürlich stets unsanft gelandet. Mit 17 fuhr ich dann still und heimlich mit dem Moped nach Göstling und machte meinen ersten richtigen Kurs in der Flugschule“, erzählt Markus Haslinger von seinen Anfängen. Das Fotografieren auf seinem motorisierten Gleitschirm kam allerdings erst mit der Zeit. „Ich wollte Menschen meine Eindrücke von meinen Genussflügen zeigen und da ich auch leidenschaftlicher Hobbyfotograf war, versuchte ich die beiden Tätigkeiten irgendwann einmal zu verbinden“ so der Naturliebhaber, der zudem für die Nachrichtenagentur APA tätig ist. Die Fangemeinde der Extremfotos wurde rasch größer, erste Auftragsflüge wurden gemacht und das Unternehmen „Extremfotos“ gegründet. Seitdem zählt der vielgereiste Fotograf zu den gefragtesten Extremfotografen im In- und Ausland, der rund 50 bis 80 Flüge im Jahr unternimmt.
Alle Voraussetzungen müssen passen
Ob Markus Haslinger fliegen kann, hängt ganz alleine vom Wetter und seiner persönlichen Einstellung ab. „Der Wind und die Sicht müssen passen und ich muss mich mental und körperlich topfit fühlen. Stimmen diese Kriterien, geht alles sehr schnell. Ich habe bei meinen Flügen immer ein sehr kleines Zeitfenster“, informiert der Extremfotograf und führt weiter aus: „Meine Tätigkeit ist leider mit einem sehr großen Risiko verbunden. Unglücklicherweise passieren mit einem Gleitschirm sehr schnell, sehr schwerwiegende Unfälle. Des Öfteren landete ich bereits in diversen Baumwipfeln und kam vor einigen Jahren in eine dramatische Gewitterfront, wo ich mich ernsthaft verletzte und ein Jahr pausieren musste. Seitdem habe ich umso größeren Respekt vor der Natur. Ich arbeite eng mit ihr zusammen, denn die Natur ist meine Lebensversicherung. Da hilft dir die beste Technik nicht. Das ist der wirchtigste Grund warum ich nicht auf Druck fotografieren möchte. Druck erzeugt Risiko und das kann ich da oben nicht gebrauchen. Daher sage ich auch Aufträge ab, wo es eben für mich nicht passt. Besonders im Ausland arbeite ich nicht mehr so gerne, kenne die fremden Luftströmungen am Meer beispielsweise zu wenig. Zudem ist meine ehemalige Reiselust nicht mehr stark ausgeprägt“, so Haslinger.
Schönster Fleck der Welt
Die frühere Reiselust verschwand für den Extremfotografen im Laufe der Jahre. Denn seinen persönlich schönsten Platz auf Erden hat er längst schon gefunden: „Das schönste Fleckchen Erde ist ganz klar im Südlichen Waldviertel. Wir haben eine spezielle Mystik, die Gegend gibt Kraft und ehrlich Energie. Nirgends anders hat man so eine wunderschön strukturierte Landschaft, wo auf kleinem Raum enorm viel Abwechslung herrscht. Wir haben hier Wasser und Berge, es gibt Felder, Wege, eingebettete Ortschaften und sanfte Formen. Ich bin wirklich dankbar, dass ich diesen wunderbaren Ort direkt vor der Haustüre habe. Und wer dies auch so zu schätzen weiß, bewusst wahrnimmt, eintauchen und genießen kann, wird hier im Einklang mit der Natur sehr, sehr glücklich und dankbar sein“.
Weitere Infos und Fotos von Markus Haslinger finden Sie hier


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden