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Naturschutzpreis: Unermüdlicher Einsatz für den Schutz der Natur wurde belohnt

Leserartikel Carina Kerbl, BSc MSSc, 26.09.2017 19:35

MICHELDORF. Die Natur stand, gemeinsam mit den Menschen, für Werner Bejvl schon immer an erster Stelle. Sein langjähriges Engagement wurde nun, genau dreißig Jahre nach dem Erhalt des Umweltschutzpreises der Stadt Linz für das Anlegen des Himmelreich-Biotops, erneut gewürdigt.

Der Verein unternimmt zahlreiche gemeinsame Aktivitäten in der Natur. Foto: W. Pechmann
  1 / 2   Der Verein unternimmt zahlreiche gemeinsame Aktivitäten in der Natur. Foto: W. Pechmann

Vergangene Woche wurde dem Micheldorfer Werner Bejvl der mit 5000 Euro dotierte oberösterreichische Philyra-Naturschutzpreis verliehen. Der Preis wird an Projekte und Initiativen verliehen, die Bewusstsein für einen umsichtigen Umgang mit unserer Umwelt schaffen.

Begeisterung für die Natur

Werner Bejvl ist dafür bekannt, Menschen für Naturschutz zu begeistern. Im Zentrum seines Schaffens steht nach wie vor das Himmelreichbiotop, das er gemeinsam mit seiner Frau und Freunden seit mehr als drei Jahrzehnten betreut. Rund um die in seiner Zeit als Erzieher gemeinsam mit Heimkindern angelegten Teiche und Tümpel entwickelte sich über die Jahre hinweg ein vielfältiger und immer größerer Lebensraum. Der mit Naturlehrpfad und angebotenen Führungen nicht nur den Tieren und Pflanzen Schutz bietet, sondern Menschen die heimische Natur erlebbar machen soll.

Vereinsgründung

Sein Einsatz führte von einem Projekt zum nächsten, sodass vor 15 Jahren die Gründung des Vereins „Bergma(n)dl“ eine logische Konsequenz war. Die erste Aktivität dieser bunt zusammengewürfelten Gruppe aus Naturfreunden war die Übersiedelung einer durch den Autobahnbau gefährdeten Orchideenwiese. Die Orchideen sind es auch, die für die bekannteste Tätigkeit des Vereins verantwortlich sind: Das Mähen heimischer Wiesen, immer erst im Sommer und teilweise mit der Hand, um diese besonderen Pflanzen auch weiterhin auf unseren Berghängen blühen zu sehen. Aktuell befinden sich acht Hektar blütenreiche Wiesen in der Betreuung der rund sechzig Mitglieder der Bergma(n)dl, die alle ehrenamtlich Schutzprojekte realisieren.

Ideenreichtum

Dazu überrascht Werner Bejvl seine Mitstreiter immer wieder mit neuen Ideen: Fledermäuse wurden gezählt, Teiche für die letzten Laubfrösche von Schilf befreit, für Krebse wurde ein Teich gebaggert und zahlreiche weitere Arbeiten und Anliegen konnten gemeinsam bewältigt werden. Zu den größten Erfolgen des Vereins zählen die Renaturierung einer Enzianwiese im Wienerweg und die Schaffung von fünfzig Hektar Schutzgebieten in Micheldorf. Bejvl, der mit seinem Hund meist schon frühmorgens auf den Beinen ist und bei der gemeinsamen Spazierrunde Arbeitseinsätze plant, freut besonders die Anerkennung seiner Arbeit, die der Philyra-Preis bedeutet.

2000 Personen durch die Natur geführt

Denn oft sei es schwer, verantwortliche Stellen von der Notwendigkeit vorgeschlagener Maßnahmen zu überzeugen. Doch der Obmann des Landschaftspflegevereins ist sich nicht entmutigen: Um die Tier- und Pflanzenwelt auch Anderen verständlich zu machen, bietet er Führungen an, die in den letzten Jahren von mehr als 2000 Naturfreunden in Anspruch genommen wurden. Einer der größten Einsätze der Bergma(n)dl, neben den jährlichen Heuarbeiten - war im aktuellen Jahr die Adaptierung des Himmelreichbiotops für den angrenzenden neuen Kindergarten. So können Jahrzehnte nach den ersten Spatenstichen erneut Kinder die Natur entdecken und erkennen, wie wichtig ihr Schutz ist. Im Frühling begleitete Werner Bejvl die Kinder zu einer Wanderung zu den Fröschen. Später entließ er mit ihnen einen überwinterten Igel in die Freiheit und beim Teich mit den Enten gibt es nun mehr Sitzgelegenheiten, damit alle großen und kleinen Naturfreunde das Himmelreichbiotop genießen können.

Preisgeld wird gut investiert

Dass der Naturschutzpreis genau heuer verliehen wird, wo der Verein aufgrund reparaturanfälliger Balkenmäher einen neuen kaufen musste, trifft sich gut. Denn an neuen Ideen mangelt es nicht: Eine ans Himmelreichbiotop angrenzende Fläche, die bisher landwirtschaftliche intensiv genutzt wurde, ist nun in die Pflege des Vereins übergegangen und soll renaturiert werden.

Weitere Informationen

Und es wäre nicht Werner Bejvl, wenn er seinen Bergma(n)dln nicht noch weitere Projekte in Zukunft vorschlagen würde. Mehr Information zum Verein auf der Homepagewww.bergmandl.heimat.eu 


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