Wo seit Jahrhunderten Wallfahrer hinpilgern, rieselt heute der Putz
MICHELDORF. Zur Zeit der Reformation diente sie der jungen evangelischen Gemeinschaft als einer der ersten Gottesdiensträume auf österreichischem Territorium. Heute soll die Kapelle auf der Burg Altpernstein vor dem Verfall gerettet werden.

Auch wenn es sich bei der Kapelle, die der Gottesmutter geweiht ist, zunächst um eine Eigenkirche, die den Burgherrn und ihrem Gesinde diente, handelt, hatte diese schon immer eine wichtige Rolle für das gesamte Kremstal – sowohl für katholische als auch evangelische Christen, wie Franz Xaver Wimmer, profunder Kenner der Altpernstein“schen Historie betont.
Wallfahrtsziel
Lange Zeit schon pilgern die Menschen aus der Umgebung hinauf zur „Maria vom guten Rat“, einem barocken Gemälde, das die Madonna mit dem Jesuskind zeigt, oder auch zur „Pernsteiner Madonna“, einer spätgotischen Marienfigur mit dem Kind am Schoß – so Wimmer. Auch die Darstellung der Heiligen Familie, die in der Altarnische, wo heute die Pernsteiner Madonna steht, zweihundert Jahre lang zu sehen war, zog laut Wimmer viele Wallfahrer an.
Zufluchtsort
Am Ende des Zweiten Weltkrieges fanden in der Burg und ihrer Kapelle zahlreiche Heimatlose und Vertriebene Unterschlupf. „Für die Menschen in der Ortschaft Altpernstein ist die Burgkapelle in der Nachkriegszeit so etwas wie ihre Dorfkirche geworden“, so Wimmer, der auf die dort gefeierten Taufen, Sonntagsgottesdienste und weihnachtlichen Christmetten verweist. Allerdings ist die Kapelle in den vergangenen Jahrzehnten stark in Mitleidschaft gezogen worden. Sprengarbeiten im Eingangsbereich der Burg haben das Gewölbe der Kapelle beschädigt, Reparaturen wurden nur spärlich durchgeführt. Risse in der Decke und bröckelnder Putz – so stellt sich die Pernsteiner Kapelle, die schon 1359 erstmals urkundlich erwähnt wird, heute dar. Dies soll sich ändern. Der neue Pächter der Burg, das Institut für Soziale Kompetenz (ISK), will mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes und Sponsoren die Kapelle umfassend renovieren. Wer das Vorhaben unterstützen möchte, kann dies mit einem Beitrag auf das Konto AT19 2032 0321 0050 7149 tun.


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