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MOLLN. Der Kulturverein frei-wild.molln und die Freunde des engagierten Theaterensembles freuten sich bereits auf ein rauschendes Theater-Fest in Molln, denn vor zehn Jahren wurde der Verein gegründet. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr sind sechs Darsteller ausgefallen und die aktuelle Produktion wurde verschoben.

  1 / 7   W. Eduard Sageder, Josef Illecker, Franz Horcicka und Alois Steiner (v. l.) im Jahr 2008 vor dem Hoisn Haus in Molln, Foto: frei-wild

Am 4. Juni 2008 beschlossen kunstsinnige Mollner, den „Kulturverein frei-wild.“ zu gründen. Die Gruppe rund um Initiator Josef Illecker, Alois Steiner, Johannes Brandl und W. Eduard Sageder beauftragte den Kirchdorfer Theatermann Franz Horcicka, ein Stück über die Mollner Wildererschlacht zu schreiben und zu inszenieren. Das Experiment gelang mit der Open-Air-Uraufführung im Juni 2009 vor dem Hoisn Haus. Es war der Beginn einer spannenden Erfolgsgeschichte der Mollner Theatermacher und ihres leidenschaftlichen Intendanten und Obmannes W. Eduard Sageder.

Soziales Engagement und Widerständigkeit

Die seither gespielten Stücke handelten immer, ob Tragödie oder Posse, von sozialem Engagement und Widerständigkeit. Es waren zumeist Uraufführungen zeitgenössischer, oft regionaler Autoren, wie zum Beispiel „die Wand“ (M. Haushofer), „der Aufstand“ (G. Fussenegger), „der Krah“ (K. Reitberger), oder einschlägiger Klassiker wie Dario Fo's „Bezahlt wird nicht“, J. Nestroys „Freiheit in Krähwinkel“ und O. Jungmairs „da Helmbrecht Moar“. Als „leichte“ Theaterkost, auch ein gelungenes Experiment, bot das Ensemble zusätzlich seit 2016 die „sommer-lust-spiele molln“ im Gasthof Roidinger an. 

Internationale Events und “symposion wild.heut“

Dem Kulturverein gelang es auch internationale Events argentinischer, indischer aber auch Mühlviertler Bühnen-Künstler zu präsentieren. Und das seit 2014 jährlich gemeinsam mit der Kepler Universität veranstaltete „symposion wild.heut“ beleuchtet die regionale Widerständigkeit auf einer populärwissenschaftlichen Diskussions-Ebene.

Preise abgeräumt

Das Engagement des mittlerweile auf rund 70 Mitglieder angewachsenen Theatervereins fand Anerkennung: der OÖ. Volkskulturpreis 2014, der Lions Nachhaltigkeitspreis 2015, eine Spiel-Einladung ans Landestheater in Linz und vor allem bei einem stetig wachsenden überregionalen Publikum – bisher kamen rund 14.000 Besucher ins Nationalpark Zentrum.

Volksstück mit Musik geplant

Für das Jubiläumsjahr 2018 laufen die Vorbereitungen seit vier Jahren. Neben der Wilderergeschichte ist das zweite große Mollner Thema die Maultrommel.

Der renommierte, junge Schlierbacher Autor Thomas Arzt verfasste ein frei-wild.-Auftragswerk und zwar „Die Verteidigung von Molln“. Sein Volksstück mit Musik erzählt höchst gegenwärtig und aktuell die historische Geschichte von der Erfindung der Maultrommel: die Barbara-Legende. Es geht um Außenseitertum, Heimatverbundenheit und die versöhnende Kraft der Musik samt Komposition und Life-Musik durch den Maultrommler Manfred Rußmann. Seit Dezember 2017 laufen die Proben mit den 26 Aktiven unter Regisseur Franz Strasser für die Uraufführung im Oktober 2018. Doch es kam leider alles anders.

Jubiläumsjahr ohne ein rauschendes Theater-Fest

Sechs zum Teil Haupt-Darsteller sind innerhalb von drei Monaten ausgefallen – zum Teil wegen schwerer Krankheit, darunter auch der Intendant W. Eduard Sageder. Ein Ersatz war nicht mehr zu finden, die Arbeit musste mit der ersten Durchlaufprobe im Mai abgebrochen werden. Die Spielerversammlung und der Regisseur beschlossen, die Produktion auf das nächste Jahr zu verschieben. Ausgerechnet das Jubiläumsjahr des Vereines ist somit die erste Saison ohne Eigenproduktion, ohne ein rauschendes Theater-Fest – es wird also ein Sabbat-Jahr.

Uraufführung von „Die Verteidigung von Molln“ im Juni 2019 geplant

Aber die Freunde von frei-wild. dürfen sich dennoch vorfreuen: Für den Juni 2019 ist die Uraufführung von Thomas Arzts „Die Verteidigung von Molln“ geplant und zwar in einem Theaterzelt vor dem Hoisn Haus. Dort wo alles begann. Das wird dann ein Erlebnis, ein Fest!


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