Das Museum im Dorf Molln: mit viel Engagement und Liebe zum Detail
MOLLN. Das 1998 errichtete Museum im Dorf Molln sollte keineswegs bloß als Alternativprogramm für Schlechtwettertage herhalten. Auf über vierhundert Quadratmetern bietet es Regionalität, Ursprünglichkeit und ein Team, dessen Bemühungen sich in jedem einzelnen Objekt widerspiegeln.

Wenn Fritz Kammerhuber erzählt, wird schnell klar: der hat was zu sagen. Kein Wunder also, dass er sich seit 2018 Obmann des Vereins „Museum im Dorf Molln“ nennen darf. Durch die über vierhundert Quadratmeter große Anlage des Museums führt er die Besucher, als seien sie in seinem Wohnzimmer und erklärt die Exponate so selbstverständlich und ungezwungen, wie manche von alten Familiengeschichten erzählen. Und zu erzählen gibt es genug: von der Geschichte der weltweit einzigartigen Mollner Maultrommelmacher über die Entstehung der ersten Sportschuh-Fabrik bis hin zu der mittlerweile auch verfilmten Erzählung des sogenannten „Wildererdramas“.
Schwerpunkt zum Geburtstag
Neben diesen sich so herrlich in Fritz Kammerhubers Erzählung verflechtenden einzelnen Geschichten, hat das Museum heuer einen besonderen Schwerpunkt: Marlen Haushofer. Die Mollner Schriftstellerin hätte heuer im April ihren hundertsten Geburtstag gefeiert, wäre sie nicht im Jahr 1970 an Knochenkrebs verstorben. Zu Ehren ihres Geburtstages gibt es heuer im Museum im Dorf Molln einen eigenen Bereich, der ihr Leben, ihre Persönlichkeit und ihre Werke wieder ins Gedächtnis ruft. Zu bestaunten sind etwa Marlen Haushofers Zeugnisse, Kleidung, Bücher und Schmuck.
Eine Almhütte im Museum
Zwar kein Schwerpunkt, aber sicherlich schwer ist die Maierreithalm inmitten des Museumsgeländes. Die Almhütte wurde 1997 im Reichraminger Hintergebirge abgebaut und originalgetreu auf dem Grund des Museums wieder zusammengezimmert. Die Hütte mit ihrem dunklen Kachelofen, Tierfellen und riesigen Kochpfannen zeigt, unter welchen Bedingungen die Mollner Waldarbeiter anno dazumal lebten.
Führung mit Nachwirkungen
Ist die Führung beendet, bleiben die Gedanken noch lange bei dem letzten Ausstellungsraum des Museums hängen, der sich mit dem Wildererdrama beschäftigt. So intensiv, vielseitig und spannend kann Museum sein, wenn sich darum bemüht wird. Und das ist im Museum im Dorf Molln definitiv der Fall.


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