Geplantes Naturschutzgebiet "Krumme Steyrling" empört die Unternehmer
MOLLN. Noch heuer sollen die noch nicht unter Schutz gestellten Teile der Krummen Steyrling in Molln per Verordnung zum Naturschutzgebiet erklärt werden. Dieses Vorhaben besorgt die dort angesiedelten Unternehmer, die nun enorme Einschränkungen befürchten.

Die Firmen Piesslinger GmbH mit rund 500 Beschäftigten und Eisvogel mit mehr als 50 Arbeitnehmern sowie einige kleinere Unternehmen befinden sich direkt an der Krummen Steyrling und nutzen das Wasser des Flusses für ihren Betrieb. Auch vier Kraftwerksbetreiber wären von einem möglichen Naturschutzgebiet betroffen.
„Wir haben bei einer Diskussions-Veranstaltung im vergangenen November in Molln erfahren, dass die gesamte Krumme Steyrling in Molln unter Naturschutz gestellt werden soll. Die fast geschlossene Ablehnung dieses Vorhabens durch die geladenen Anrainer und Unternehmer wurde deutlich“, berichtet Karl Schwarz, Obmann des Vereines „Wirtschaft-Steyrtal“.
Konsens versprochen
Nun wurde in einer Aussendung des Landtagsabgeordneten Michael Gruber (FPÖ) verkündet, dass die noch nicht unter Schutz gestellten Teile der Krummen Steyrling noch heuer per Verordnung zum Naturschutzgebiet erklärt werden sollen. Darüber ist Karl Schwarz empört: „Es wurde versprochen, mit den Anrainern, den betroffenen Betrieben und der Gemeinde einen Konsens zu finden. Das ist aber nicht der Fall. Es kann nicht sein, dass jetzt einfach über die Betriebe drübergefahren wird.“ Deshalb hat der Steyrtaler Wirtschaftsverein einen offenen Brief an Landeshauptmann-Stellvertreter und Referent für Naturschutz, Manfred Haimbuchner (FPÖ), geschrieben.
Voraussetzungen im Gesetz eingehend geregelt
In seiner Stellungnahme schreibt Haimbuchner: „Das Naturschutzgebiet ,Krumme Steyrling' bildet die Verbindung zwischen den bereits bestehenden Naturschutzgebieten ,Jaidhaus' und ,Steyrschlucht'. Die Voraussetzungen für die Erlassung eines Naturschutzgebiets werden im Oberösterreichischen Natur- und Landschaftsschutzgesetz eingehend geregelt.“
Umfassende Gespräche
Laut Haimbuchner wurden zahlreiche und umfassende Gespräche mit den Grundeigentümern und Nutzungsberechtigen geführt – auch die Interessen der ansässigen Wirtschaftstreibenden wurden durch die Einbindung der WKO und regionaler Wirtschaftsbetriebe sichergestellt. „Sofern fachlich vertretbar, werden die Interessen der Beteiligten entsprechend berücksichtigt. Die Abteilung Naturschutz ist stets darauf bedacht, sämtliche Interessen sorgfältig abzuwägen und eine Lösung zu finden, die von allen Beteiligten mitgetragen wird“, so Haimbuchner.
Neuer Entwurf nicht bekannt
Ende Jänner habe es tatsächlich Gespräche mit den betroffenen Betrieben gegeben, berichtet Siegfried Pramhas, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Kirchdorf. Bis heute habe man aber auf die Besprechungsunterlagen gewartet. „Falls es einen neuen Verordnungsentwurf gibt, ist uns dieser nicht bekannt“, betont Pramhas.
Unternehmer verstehen die Notwendigkeit nicht
„Wir verstehen die Notwendigkeit nicht. Ich glaube nicht, dass sich ohne Gesetz etwas verschlechtern würde. Man braucht als Betrieb jetzt schon sehr viele Genehmigungen“, so Pramhas. „In einem Naturschutzgebiet ist man der Umweltbehörde ausgeliefert. Viele Dinge – wie die Einleitung von Kühlwässern, der Bau von Kraftwerken und Stützmauern – sind dann nicht mehr oder nur eingeschränkt möglich“, erklärt Karl Schwarz, der betont: „Wir sind nicht gegen den Naturschutz und leben im besten Einklang mit dem Nationalpark Kalkalpen. Unsere Unternehmen haben immer darauf geachtet, dass die Krumme Steyrling ein tolles Naherholungsgebiet für die Bevölkerung bleibt.“
„Treten geschlossen gegen das Vorhaben auf“
Die Betriebe im Steyrtal sind sich einig. „Mit unseren mehr als 100 Betrieben, die unserem Netzwerk Wirtschaft Steyrtal angehören, treten wir strikt und geschlossen gegen dieses Vorhaben auf und werden, wenn nötig, alle uns möglichen Schritte setzen, um dieses Naturschutzgebiet zu verhindern“, so Karl Schwarz, „wenn nötig, werden wir eine Befragung der Bevölkerung initiieren.“
Lediglich ein Entwurf
„Leider habe ich den offenen Brief nicht erhalten. In meiner Aussendung steht nichts von einem Einvernehmen. Die Wünsche wurden im Entwurf eingearbeitet, der jetzt die Diskussionsgrundlage für die kommenden Gespräche bildet“, versucht Michael Gruber zu beruhigen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden