So bewegt sich das Rotwild im Nationalpark Kalkalpen
MOLLN. Das erste Rotwild-Forschungsprojekt im Nationalpark Kalkalpen gibt interessante Aufschlüsse über das Bewegungsverhalten 23 besenderter Rotwild-Tiere.

In einem mehrjährigen Forschungsprojekt untersuchten die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) das Wanderverhalten von Rotwild. Die Auswertungen geben erstaunliche Einblicke in das Bewegungsverhalten der größten Säugetiere im Nationalpark.
Tiere mit GPS-Sender-Halsband ausgestattet
16 weibliche und sieben männliche Rotwild-Tiere wurden seit 2012 mit einem GPS-Sender-Halsband ausgestattet und sendeten rund 115.000 SMS-Nachrichten über ihre Aufenthaltsorte. Ein Großteil der besenderten Tiere hielt sich im Gemeindegebiet von Molln und Rosenau im Bereich Bodinggraben und Ramsau auf.
Sehr wertvolle Ergebnisse
„23 Tiere sind viel für ein Besenderungsprojekt. Es sind zwar nicht alle, denn es gibt mehr als 1000 Stück Rotwild in der Region, aber es ist eine Tendenz abzulesen“, erklärt Dominik Dachs. Der Wildökologe im Nationalparkbetrieb der Österreichischen Bundesforste war für das Sammeln, Organisieren und Auswerten der Daten zuständig. „Alle drei Stunden und 15 Minuten habe ich eine Position genommen“, sagt Dachs und erklärt weiter: „Die Ergebnisse sind auch für Jäger interessant. Eine 24 Stunden Überwachung ist sehr wertvoll. Damit sehen wir, was die Tiere machen, wenn wir nicht draußen bei ihnen sind.“
Bewegungsradius von Rotwild ist geringer als angenommen
So ist beispielsweise der Rückzug in die Wildruhezonen nicht feststellbar gewesen. Außerdem sei der Bewegungsradius von Rotwild weit geringer als angenommen. Zwar wechsle das Rotwild oft seine Standorte, schaffe dabei in der Stunde aber gerade einmal 300 Meter. „Am aktivsten sind die Tiere in der Dämmerung und nicht, wie von manchen vermutet, in der Nacht“, so Rudolf Freidhager, Vorstand der Bundesforste.
Basis für die Optimierung des Wildtiermanagements
Die Ergebnisse der Studie dienen den Bundesforsten und der Nationalpark Gesellschaft als fundierte Basis für die Optimierung des Wildtiermanagements im Schutzgebiet. „Zum Teil haben wir die Sender wieder abgenommen, sie schaden aber den Tieren nicht. Die 23 Stück Rotwild werden jetzt behandelt wie jedes andere Wild“, so Dominik Dachs abschließend.


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