SPÖ und BIM beschließen Sanierung des Lehrschwimmbeckens in Molln
MOLLN. Seit Anfang Jänner ist das Lehrschwimmbecken im Schulzentrum Molln geschlossen. Nun haben SPÖ und BIM mit einer knappen Mehrheit die Finanzierung einer Teilsanierung beschlossen.

Mit einer Mehrheit im Gemeinderat – 13 von 25 Stimmen – haben SPÖ und BIM (Bürgerinitiative Molln) in einer Sondergemeinderatssitzung beschlossen, die ersten 92.000 Euro für sofort nötige Reparaturmaßnahmen für das Lehrschwimmbecken bereitzustellen. Dazu zählen die Erneuerung der Elektronik, wie Lüftung und Heizung.
„Das Lehrschwimmbecken ist für unsere Kinder unverzichtbar“
„Man liest immer wieder von Kindern, die ertrinken und nicht schwimmen können. Deshalb ist das Lehrschwimmbecken für unsere Kinder und die nächste Generation unverzichtbar“, begründet Vizebürgermeister Manfred Hofbauer (SPÖ) den Beschluss. „Wir wollen unseren Kindern die Möglichkeit geben, in Molln das Schwimmen zu lernen. Sonst müssten wir sie mit dem Bus nach Steyr bringen“, sagt SPÖ-Gemeindevorstand Helmut Welser.
„Bevölkerung steht dahinter“
Bei einer Unterschriften-Aktion wurden, laut SPÖ Molln, über 3000 Unterschriften für das Lehrschwimmbecken gesammelt. „Die Mehrheit der Bevölkerung steht dahinter und als gewählter Mandatar steht man hinter der Mehrheit der Bevölkerung“, betont Manfred Hofbauer.
Generalsanierung in Etappen
Da das Lehrschwimmbecken der Gemeinde Molln im Bäderprogramm des Landes OÖ nicht mehr enthalten ist, gibt es kein Geld für die Sanierung vom Land. Laut SPÖ werde es trotzdem finanzierbar sein. „Wir versuchen im Laufe der Zeit eine Generalsanierung in Etappen zu schaffen“, so Hofbauer. Durch die Einnahmen einer Glasfaserverkabelung, die im Vorjahr verlegt wurde und Rückstellungen von Mehrausgaben für ein Feuerwehrfahrzeug sowie mit möglichen Förderungen vom Bund von bis zu 30 Prozent soll die erste Teilsanierung finanziert werden.
Finanzierung umstritten
Für die ÖVP ist die Teilsanierung nur der Anfang einer Gesamtlösung, deren Kosten nicht abschätzbar seien. „Die Kosten müssen vom laufenden Gemeindebudget genommen werden, das heißt geplante Vorhaben, wie die Arztpraxen und Tagesstätte für Senioren oder die Erneuerung der Toilettanlagen in den Schulen wurden damit gestrichen. Die Kinder trifft es besonders hart: Sie müssen nicht nur während des Schulbetriebes teilweise auf das öffentliche WC ausweichen, sondern bekommen auch keine neuen Schulmöbel“, so ÖVP-Fraktionsobfrau Regina Buchriegler.
„Ohne Generalsanierung sprechen eine verzögerte Schließung des Bades“
Die Generalsanierung liege bei 1,2 Millionen Euro, Teilsanierungen würden mehr kosten. Davor hätten Gutachter vom Land OÖ bereits gewarnt. „Ohne Generalsanierung sprechen sie von einer verzögerten Schließung des Bades. Der Geldhahn vom Land ist auch deshalb zugedreht worden, da die laufenden Kosten einen jährlichen Abgang von rund 70.000 Euro verursachen, auf 20 Jahre gerechnet, wären das mindestens 1,4 Millionen Euro, die die Gemeinde in andere Projekte investieren könnte“, so Buchriegler. Außerdem sei das Finanzierungskonzept von SPÖ und BIM nicht ausreichend und es sei keine mittelfristige Finanzplanung für die nächsten Jahre vorgelegt worden.
Gymnastikraum als Alternative
„Natürlich wird man mit Strom und Heizung sparsam umgehen müssen“, weiß Manfred Hofbauer. Die Alternative, ein Gymnastikraum, sei jedoch nicht diskutierbar gewesen. „Dieser würde mit der neuen Gemeindefinanzierung nächstes Jahr nur mit 43 Prozent gefördert werden und wir müssten trotzdem noch über 400.000 Euro selbst bezahlen. Das ist nicht zur Debatte gestanden“, stellt der Vizebürgermeister klar und fügt hinzu: „Auch die Busfahrt nach Steyr, samt Busfahrer und Eintritt ins Hallenbad, sind Kosten.“
Lehrschwimmbecken soll voraussichtlich nach den Weihnachtsferien in Betrieb gehen
Die SPÖ habe in der Gemeinderatssitzung einen Etappenplan vorgestellt. Man rechnet damit, dass das Lehrschwimmbecken, ohne Lieferverzögerungen, nach den Weihnachtsferien in Betrieb genommen werden könne. Das nächste Etappenziel werden die undichten Stellen im Becken sein. „Es ist ein Edelstahlbecken um rund 160.000 Euro geplant. Das gehen wir an, sobald es nötig sein wird und das Geld vorhanden ist“, so Manfred Hofbauer abschließend.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden