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MOLLN. “Es kam völlig unerwartet. Mit mir hat niemand geredet“, ist Jugendbetreuerin Sandra Scharinger noch immer geschockt. Erst über die Einladung zur Gemeinderatssitzung erfuhr sie vom Antrag, den Vertrag mit dem Jugendzentrumsbetreiber zu kündigen. Doch die Jugendlichen haben für den Erhalt des Jugendzentrums gekämpft.

Die Jugendlichen demonstrierten vor dem Sitzungssaal der Gemeinde. Foto: JCUV
  1 / 5   Die Jugendlichen demonstrierten vor dem Sitzungssaal der Gemeinde. Foto: JCUV

Auch die Jugendlichen sind aus allen Wolken gefallen, als sie von den Kündigungsplänen erfuhren. Spontan wurde eine Kundgebung vor der entscheidenden Gemeinderatssitzung organisiert. Etwa fünfzig Jugendliche versammelten sich vor dem Sitzungssaal und machten mit Transparenten und Flugzetteln Stimmung für den Erhalt des ÖGJ-Jugendzentrums.

Mollner Jugendliche machten sich für das Jugendzentrum stark

Im persönlichen Gespräch brachten sie den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten näher, warum für sie das Jugendzentrum eine besonders wichtige Einrichtung darstellt. Die schiere Menge an Jugendlichen bestätigte, dass es sich beim ÖGJ-JUZ Molln um eines der bestbesuchten Jugendzentren in der Region handelt. Im Anschluss an die Kundgebung lauschten die Jugendlichen gespannt der Debatte über den Antrag.

Antrag wurde nach knapper Abstimmung abgelehnt

Bei der Abstimmung stockte den Anwesenden im prall gefüllten Gemeinderatssaal kurz der Atem. Nach hektischem Zählen stand fest, dass elf Stimmen für den Antrag und elf dagegen abgegeben wurden, dieser erhielt damit keine Mehrheit und wurde somit abgelehnt. Spontan brach tosender Applaus unter den Jugendlichen aus, auch einige der anwesenden Gemeindebürger klatschten mit. Die Erleichterung war förmlich spürbar.

„Einsatz zeigt, dass der Jugend nicht alles egal ist“

Stefan Reichl, Leiter des Betreibervereins Jugendcenter-Unterstützungsverein (JCUV), ist erleichtert: „Wir möchten uns bei allen bedanken, die nicht für den Antrag gestimmt haben. Besonders im ländlichen Raum gibt es wenig Angebote für Jugendliche. Es ist enorm wichtig für junge Menschen, dass sie einen Freiraum haben. Der überwältigende Einsatz der Mollner Jugendlichen zeigt, dass der Jugend nicht alles egal ist.“ Dabei bietet das Jugendzentrum nicht nur Freiraum, sondern auch viele Aktivitäten und ein umfassendes Freizeitprogramm.

Teil des Gemeindelebens

Das Jugendzentrum ist auch stet bemüht sich ins Gemeindeleben zu integrieren, so ist es etwa am Adventmarkt und Standlmarkt mit einem Stand vertreten und die Jugendlichen helfen auch beim Mollnfest fleißig mit. Diese Teilnahme am Gemeindeleben ist für Jugendbetreuerin Sachringer besonders wichtig: „Ich möchte die Jugendlichen zur aktiven Teilnahme am Gemeindeleben ermuntern. Das Gemeindeleben können wir aktiv mitgestalten, indem wir zusammen mit den Bürgern etwas positives für Molln machen.“

Stimmen der Jugendlichen zum Mollner Jugendzentrum

Laura Denster, Tatjana Kapeller (beide 16): „Das Jugendzentrum ist für uns wie ein Wohnzimmer. Wo sollen wir hin gehen, wenn es das JUZ nicht mehr gäbe, überall sonst hätten wir Konsumzwang. Die Jugendbetreuerin ist in jeder Lebenslage für uns da, wir sind eine große Familie. Auch für sie wäre es schade, wenn sie ihren Job verlieren würde.“

Laura Schober (16): „Für die Jugendlichen gibt es nichts im Ort. Wir haben nur das Jugendentrum, während alle anderen ihre Treffunkte und Orte haben, an denen sie sich treffen können.“

Pascal Trübenbacher (16): „Ohne das Jugendzentrum wird es in Molln wieder chaotischer. Das Jugendzentrum brauchen wir, weil wir dort den Leuten vertrauen können. Warum dürfen alle anderen ihre Treffpunkte haben, und wir nichts?“

Beatrice Huemer (13): „Hier habe ich meine Freunde und treffe mich mit Leuten. Wenn das JUZ weg ist, dann haben wir nichts mehr, wo wir hin gehen können.“


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