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ÖGB-Landessekretär Walter Haberl: "Ruf der Jugendlichen in Molln in den Schmutz gezogen"

Online Redaktion, 07.05.2018 19:09

MOLLN. Der ÖGB-Landessekretär Walter Haberl hat sich bezüglich dem ÖGJ-Jugendzentrum Molln in einem Brief an Bürgermeister Fritz Reinisch (ÖVP) gewandt.

Walter Haberl, Foto: ÖGB OÖ
Walter Haberl, Foto: ÖGB OÖ

Der Brief von Walter Haberl an Fritz Reinisch:

Sg. Herr Bürgermeister Reinisch,

Eigentlich hätten wir gedacht, dass Ihre Vorgehensweise in Sachen Schließung des Jugendzentrums in Molln stilistisch nur schwer zu unterbieten sei. Dass Sie Ihre partei- und machtpolitischen Interessen unter dem Deckmantel eines Sparzwangs auf dem Rücken der Jugendlichen ohne Möglichkeit der Diskussion durch den Gemeinderat peitschen, wäre grundsätzlich schon bedenklich genug gewesen. Darum sind wir entsetzt, dass Sie den Bogen nun völlig überspannt haben.

In den aktuellen Ausgaben von „Tips“ und „Bezirksrundschau“ unterstellen Sie unschuldigen Jugendlichen, Drogen zu konsumieren und damit zu handeln. Das, ohne dafür nur einen stichhaltigen Beweis oder begründeten Verdachtsmoment in Händen zu haben. Nein, Sie beziehen sich auf angebliche „Polizeiinsider“. Damit ziehen Sie nicht nur den Ruf der Jugendlichen in den Schmutz, sondern auch die vorbildliche Arbeit der Polizei – denn hätte es derartige Vorkommnisse im Jugendzentrum gegeben, dann wären die KollegInnen der Polizei mit Sicherheit eingeschritten und andere Wege gefunden als Ihnen ins Ohr zu flüstern.

Ihnen ist ganz offensichtlich nicht klar, was Sie mit Ihren Behauptungen und Unterstellungen anrichten. Haben Sie schon einmal daran gedacht, wie Eltern, Lehrer und Arbeitgeber der Jugendlichen, vor allem jener, die in besagten Medien abgebildet sind, reagieren? Uns sind bereits Fälle bekannt, in denen Jugendliche aufgrund Ihrer Unterstellungen in den Lehrbetrieben Probleme bekommen haben und sich, ohne irgendetwas angestellt zu haben, rechtfertigen müssen.

Die Wahrheit im Jugendzentrum Molln, die sieht anders aus, als sie sich das vorstellen bzw. wünschen. Wie ohnehin schon oft genug kommuniziert, herrscht dort ein Rauch- und Alkoholverbot, dessen Einhaltung von unserer Jugendzentrums-Leiterin streng kontrolliert wird – und auch Drogen werden selbstverständlich nicht gehandelt oder konsumiert. Was die Drogen betrifft, ist genau das Gegenteil Ihrer Behauptungen richtig. Das JUZ Molln setzt sich ausgesprochen engagiert gegen Drogenkonsum ein. Im Unterschied zu Ihren Anschuldigen können wir das sogar beweisen. Immerhin gab es erst vor wenigen Monaten im JUZ ein Projekt zum Thema Suchtprävention, dessen Abschluss in Form eines Vortrages auch medialen Niederschlag gefunden hat.

Im Unterschied zu Ihnen sind uns die Jugendlichen nicht gleichgültig. Deshalb erwägen wir, aufgrund Ihrer unglaublichen Äußerungen den Jugendlichen und dem Jugendzentrum gegenüber, rechtliche Schritte. In jedem Fall erwarten wir uns, dass Sie sich in einer allgemein wahrnehmbaren Form bei allen Beteiligten entschuldigen.

Beste Grüße

Walter Haberl

ÖGB-Landessekretär


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