Gemeindepolitik Mondsee
Ein Eindruck von der ÖVP-Veranstaltung „Mondsee-Morgen“ am 11.Juni 2015
15. Juni 2015
ÖVP- Veranstaltung „MONDSEE morgen“ am 11. Juni 2015-06-12
Bei allen, durchaus lobenswerten Projekten, die in den vergangenen 6 Jahren geschaffen worden sind, bei allem, was für die Zukunft geplant ist, bei vielem, was an Wünschen von der Bevölkerung geäußert worden ist, sollten dennoch die Prioritäten nicht außer Acht gelassen werden.
Oberste Priorität für die Menschen im Mondseeland ist ein Dach über den Kopf zu haben, sprich Wohnen zu können.
Dieser Punkt ist zu kurz, zu wenig konkret angesprochen worden. Es war die Rede von ca. 9000 m² für leistbares Wohnen, das wären je nach Bauart und Größe ca. 20-bis 30 Wohneinheiten für die nächsten sechs oder zehn Jahre, und das in Abhängigkeit von Frau Porsche die im Gegenzug, ihr Hotel bauen darf, aber scheinbar zusätzlich auch eine Reihe an exklusiven Einfamilienhäusern (nicht leistbar für Bürger mit durchschnittlichem Einkommen)
Zu Bedenken wäre, dass mittlerweile ca. 50 % der Ehen geschieden werden, diese Personengruppe hat dann durch doppelten Wohnbedarf, Unterhaltszahlungen, meist bei Männern, Berufsunmöglichkeit bei Alleinerziehenden durch mehrere kleine Kinder kein durchschnittliches Einkommen mehr, sondern liegt darunter. Wie soll ein gutes Leben möglich sein, wenn schon für 60 m² ca. 800,00 € Miete zu zahlen sind, von Wohnungseigentum ganz zu schweigen.
Können sich die gut situierten Herren und Damen am Podium annähernd in diese Problematik einfühlen?
Kletterpark, Skater-Park, Lift für das Amtshaus, tolle Schulausrüstung, schön und lobenswert, aber es gibt Kinder, wo sich Mutter und Vater überlegen müssen, wie sie Heizung und Strom bezahlen können. Es gibt Kinder, die kein Fun-Board und keine Kletterausrüstung besitzen, die keinen neuen Laptop besitzen, um die geforderten Schulaufgaben darauf erledigen zu können.
Aber es wird weiter an Frau Porsche und Konsorten verkauft und umgewidmet, damit die, die schon viel Geld besitzen noch mehr verdienen können. Immobilienbüros und Baubranche beherrschen die Szene in Mondsee, das Geschäft mit Zweitwohnsitzen blüht im Geheimen. Mondsee ist schön und attraktiv für Gäste, für Touristen, für Salzburger, für Münchner, Mondsee wird attraktiv gemacht für große Events und Veranstaltungen, was ja auch wichtig und richtig ist, sofern dabei die schon lange hier heimischen Bewohner nicht vergessen werden. Im schönen Mondseeland geht die Schere zwischen „Arm“ und „Reich“ auseinander. Unsere Großväter/Großmütter werden sich wohl nicht gedacht haben, dass ihre Enkel und Urenkel irgendwann nicht mehr in Mondsee leben können, weil sie es sich nicht mehr leisten können, weil sie dem allgemeinen Luxus weichen müssen.
Bezüglich Zuzug, es sollten sich auch Familien mit durchschnittlichem Einkommen hier ansiedeln können, wir brauchen sie als Arbeitskräfte für Dienstleistungen, als Pflegepersonal, als Reinigungskräfte, arbeiten sollten sie hier, wohnen sollen sie möglichst woanders, weil Mondsee zu teuer ist. So kann es nicht sein.
Die Argumente der ÖVP für „leistbares Wohnen haben nicht überzeugt. Die Bürger des Mondseelandes wünschen sich konkrete Vorhaben, Arbeitsgruppen und größtmögliche Bürgerbeteiligung zu diesem brennenden Thema.
Prioritäten setzen, ein Dach über den Kopf für alle Mondseer Bürger steht an erster Stelle!! Weitblickend für unsere Kinder und Enkel denken, statt sich von schnellen Geld blenden zu lassen. Gemeinderäte, die nicht durch eigenen Vorteil an den möglichst vielen teuren Bauvorhaben, im Grunde befangen sind.
Leider wird immer wieder der Eindruck gewonnen, dass es Mondsee zu viel um Geld, Geld, Geld geht. Und die schon viel haben, wollen immer noch mehr. Könnte man der Frau Porsche nicht nahe bringen, dass die ihr Geld auch in soziale Projekte steckt. Man kann Geld weder essen, noch ins Grab mitnehmen, aber man kann gute Dinge damit tun. Glück und Wohlbefinden der Menschen steigen nicht mit mehr Geld und materiellen Dingen, das ist längst wissenschaftlich erforscht und bewiesen.
Es gibt auch die andere Seite, es gibt Beispiele, wo wohlhabende Menschen ein offenes Ohr für Bedürftigkeiten, für Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen haben, es ist ihnen ein Anliegen ist, ihr Geld sinnvoll zu verwenden und damit für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. So könnte es funktionieren, so könnte auch Frau Porsche viel Gutes tun für Mondsee.
Es ist nicht nachvollziehbat, wie die Gemeinde sich der Macht von Frau Porsche beugt, wie Gemeinderat und Bürgermeister sich abhängig machen. Eine Gemeinde sollte ihre Entscheidungskompetenz behalten. Es wird einfach nicht umgewidmet, solange keine bürgerfreundlichen Projekte gebaut werden. Punkt! Es kann mit Rückwidmungen reagiert werden, wenn Bauparzellen ewig besetzt werden, mit dem Ziel irgendwann einen horrenden Preis dafür zu bekommen. Es stimmt nicht, dass man da leider wieder einmal „nichts machen kann“. Ich wünsche mir für Mondsee Gemeinderäte mit mehr Kreativität und Phantasie…. und mit weniger Eigeninteresse am Geld.
Ich vermisse Asylantenpolitik, wir haben Krieg im Nahen Osten, der mit dem IS-Terror bis nach Europa und auch Österreich überschwappt, im 20 km entfernten St. Georgen im Attergau ist das Asylantenheim überfüllt mit Flüchtlingen. Ich vermisse Integrationspolitik, z. B., Stammtische für Neuzugezogene, um die Einheimischen kennenzulernen, wie das im Rahmen von Agenda 21 passiert oder multikulturelle Treffs, wir haben genug Ausländer in Mondsee, die uns ihre Lebensweise und Kultur näherbringen könnten, um Vorurteile abzubauen.
Ich vermisse Projekte von der „Gesunden Gemeinde“, Krankheiten vorzubeugen ist besser, als sich um ständige Anwesenheit der Ärzte zu kümmern, zumindest ist beides gleich wichtig.
Abschließend ist es schade, dass die Verantwortlichen in Mondsee nicht sehen können, dass ihre Politik mit ein Grund ist, die die an und für sich gute und sinnvolle Zusammenlegung der Gemeinden verhindert. Allein schon mit der Formulierung, dass alle andern Gemeinde ja eigentlich froh sein müssten, und Mondsee ja eher Nachteile hat, ist nicht diplomatisch, ist nicht respektvoll, das ist arrogant. Es wird noch viel Wasser in den Mondsee fließen müssen, bis die Zeit für eine wertschätzende Zusammenarbeit und damit für eine Zusammenlegung reif ist.
Theresia-Kürmayr-Parhammer


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