„Anbau an die Landgemeinden wäre eine Watsche im Zentrum gewesen“
MONDSEE. Aus „drei mach vier“ lautet das Motto der Landgemeinden Innerschwand, St. Lorenz und Tiefgraben. Sie meinen damit die Erweiterung ihrer Dreierverwaltungsgemeinschaft um die Marktgemeinde Mondsee. Die Vöcklabrucker Tips bat Bürgermeister Karl Feurhuber um seine Sichtweise zu diesem Vorstoß.

Tips:Gibt es auch ein Ja von der Marktgemeinde zu einer Vierer-Verwaltungsgemeinschaft?
Feurhuber: Vor einigen Jahren waren wir diesem Ziel schon sehr nahe. Begonnen hatte diese Idee mit einem gemeinsamen Bauhof, was die Landgemeinden aber abgelehnt hatten. Erst dann ist die Verwaltungsgemeinschaft ins Spiel gekommen, da gab es aber die Forderung der Landgemeinden: Wenn, dann nur in einem Haus! Die Marktgemeinde hat daraufhin das Haus vom Bundesdenkmalamt befunden und eine Planung machen lassen. Ergebnis war, dass dies so gut wie unmöglich ist, wegen enorm hoher Umbaukosten und außerdem keinerlei Platzreserve für die Zukunft. Die Quintessenz war, dass bei „aus drei mach vier“ keinerlei Ersparnis erkennbar war. Es wären gleich viele Beamte gewesen, nur in ein Haus hingepfercht. Außerdem wäre das Arbeiten für Mondsee schwieriger geworden. Diese Gemeinde hat eine hohe Zentralfunktion und der Anspruch an die Mitarbeiter ist hoch.
Engere Zusammenarbeit
Tips:Dennoch haben die Landgemeinden jeweils in Gemeideratssitzungen nun ein klares Bekenntnis zu einer gewünschten Vierer-Verwaltungsgemeinschaft abgegeben.
Feurhuber: Ich glaube, der Grund war, dass sie der Diskussion einer Gemeindezusammenlegung entgehen wollten. Die Landgemeinden haben eine funktionierende Verwaltungsgemeinschaft und das könnte man so belassen. Ich bin für eine engere Zusammenarbeit.
Tips:Die Landgemeinden wollten das Platzproblem in ihrem Amthaus mit einem Zubau in Richtung Wredeplatz lösen. Warum wurde das von der Marktgemeinde abgelehnt?
Feurhuber: Uns wurde mitgeteilt, dass sie neun Meter ausbauen wollen, zwei Stöcke hoch und ein schräges Dach zurück. Auf unserem historischen Kirchenplatz mit Basilika und Schloss? Dieser Anbau wäre eine Watsche im Zentrum von Mondsee gewesen.
Sitzungssaal mitbenutzen
Tips:Wie könnte man die Platznot im Gemeindeamt der Landgemeinden lösen?
Feurhuber: Ganz schnell: Das gemeinsame Meldeamt könnte wieder ins Marktgemeindeamt ziehen. Den Sitzungssaal könnten die Landgemeinden auflassen und den Dachboden ausbauen. Lorenz macht seine Gemeinderatssitzungen seit Jahren im Vereinshaus. Und unser neuer Sitzungssaal, der nach dem Umbau größer und funktioneller wird, können sie gerne mitbenutzen. Wo ein Wille, da ein Weg.
Tips:Wann wird das Marktgemeindeamt umgebaut?
Feurhuber: Hoffentlich ehest bald. Mit Lifteinbau und historischer Erhaltung inklusive Adapierungen rechne ich mit Kosten von 1,8 bis 1,9 Millionen Euro. Die Stiege würde nach rechts verschoben, es gäbe einen barrierefreien Ausbau. In Richtung Kreuzgewölbe würde das Bürgerservice entstehen und ausgebaut. Auch ein Pausen- und Hinterhofbereich für die Mitarbeiter ist geplant. Und das Archiv würde in den Dachboden ziehen. Außerdem wäre auch noch eine Platzreserve für weitere Mitarbeiter möglich.
Öffentliche Diskussion
Tips:Ist die richtige Gemeindezusammenlegung (nicht zu verwechseln mit einer lediglichen Verwaltungsgemeinschaft) noch immer Thema?
Feurhuber: Die Marktgemeinde stellt sich einer öffentlichen Diskussion. Es wird bald eine Veranstaltung zu diesem Thema geben.
Tips:Herrscht nun Eiszeit zwischen den Gemeinden im Mondseeland?
Feurhuber: Nein, es wird demnächst ein Gespräch geben. Außerdem war der ehemalige Landeshauptmann Josef Pühringer bei uns und hat sich dafür ausgesprochen, dass die Verwaltung der Landgemeinden im Ortskern von Mondsee bleibt.
Einstimmiger Beschluss
Tips:Pühringer spricht sich aber auch für eine Verwaltungemeinschaft aus!
Feurhuber: Es gibt einen aufrechten Gemeinderatbeschluss der Marktgemeinde, bei dem man sich aufgrund der Probleme und keinerlei ersichtlichen Einsparungspotentialen davon verabschiedet hat. Dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst und ist für mich bindend.


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