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NATTERNBACH. „Vier Frauen und ein Kunstrasenplatz“ ist keine neue Krimiserie sondern in der Gemeinde Natternbach aktuell Gesprächsthema. Vor ihren Häusern soll ein Kunst­rasenplatz entstehen, was die vier Natternbacherinnen kritisch sehen.

Manuela Klaffenböck, Helga Klaffenböck, Martina Mayr und Lucia Wagner stehen den geplanten Kunstrasenplatz kritisch gegenüber. Auf der Wiese vor ihren Wohnhäusern soll bereits im Sommer mit dem Bau des Trainingsplatzes begonnen werden. Foto: LangS

Mit dem Kunstrasenplatz befürchten die vier Anrainerinnen Lärm und Lichtbelästigung und verstehen nicht, warum man in Zeiten, wo verstärkt auf Umweltschutz geachtet wird, Plastikteile in den Boden einarbeitet.

„Sind nicht gegen Fußball“

Die Umwidmung zu einem Sport- und Freizeitbereich wurde im Gemeinderat bereits fixiert. Nun fehle nur noch die wasserrechtliche Bewilligung, dann könne noch heuer mit dem circa 100 mal 60 Meter großem Kunstrasenfeld begonnen werden. Während viele in der Gemeinde darin ein Zukunftsprojekt für Natternbach sehen, äußern unter anderem die Anrainerinnen große Bedenken, wollen aber klarstellen: „Wir sind nicht gegen Sportler oder Fußball. Sie sollen auch ihren Trainingsplatz bauen dürfen. Es geht uns darum, dass es ein Kunst­rasenplatz wird und es für uns einen großen Unterschied macht, ob nur alle 14 Tage gespielt oder trainiert wird oder auch an Sonn- und Feiertagen sowie unter der Woche und ganzjährig gespielt werden kann“, erklären die Frauen im Gespräch mit Tips. Auch Einschnitte in die Privatsphäre und eine Wertminderung ihrer Liegenschaften befürchten die Anrainerinnen: „Für uns ist die Südseite unser Freizeitbereich, mit einem Kunstrasenplatz hätten wir jeden Tag Lärm von den Spielen, weil dieser Platz vor allem von auswärtigen Mannschaften genutzt werden wird“. Geht es nach den Frauen, hätte man nichts gegen einen normalen Trainingsplatz, denn dieser wäre nur für die Natternbacher, so der Tenor.

Muss alles Plastik sein?

Was die vier Damen noch ärgert: „So ein Kunstrasentrainingsplatz besteht aus Kunststoffgranulat und nicht aus einem Rollrasen wie manche denken. Die Gemeinde ist gegen Plastik, es werden Vorträge zum Thema „Muss alles Plastik sein“ veranstaltet, im Gegenzug wird dann aber ein Kunstrasenplatz gebaut“. Aktuell befindet sich der Rasentrainingsplatz in der Nähe des Ikuna Naturressort. Da hier in Zukunft zusätzliche Fläche benötigt werden wird, wolle man den Platz verlegen und auf einen Kunstrasenplatz umstellen, da dieser Förderungen vom Land genießt. Auswärtige Vereine können den Platz ganzjährig für Trainingszwecke buchen. Ähnliche Plätze gibt es sonst nur noch in Wels, Wallern oder Passau.

Gemeinde nicht zur „Geisterstadt“ werden lassen

Bürgermeister Josef Ruschak (ÖVP) versteht die Bedenken der Kunstrasenkritiker betont aber, dass es auch Dinge gäbe, die man dulden müsse. „Wenn wir uns weiterentwickeln wollen und möchten, dass die Leute hier bleiben, müssen wir daran arbeiten. Wenn wir nichts tun, sind wir als Gemeinde zum Tode verurteilt und werden zur „Geisterstadt““ stellt der Bürgermeister klar. Für die Gemeinde erhofft sich Ruschak, dass die Nächtigungszahlen steigen und es durch Mehreinnahmen mehr Möglichkeiten für die Gemeinde gibt. Auch für die Vereine soll der Platz eine große Verbesserung darstellen. Für die Anrainer soll es keine Mehrbelastung durch Licht oder Lärm geben. „Wir müssen uns angewöhnen, die positiven Aspekte zu sehen und nicht immer nur das Negative“, so der Bürgermeister, der im Kunstrasenplatz ein zukunftsträchtiges Projekt sieht.

Gemeinderat nicht einig

Während die SPÖ hinter dem Kunstrasenplatz steht und ebenso eine Chance für Natternbach sieht, sieht auch die Grüne Fraktion den Kunstrasenplatz im Hinblick auf Umweltverträglichkeit kritisch. Bei der Umwidmung auf Sport- und Freizeitfläche stimmte man jedoch dafür. „Wir brauchen einen Trainingsplatz, das ist klar, aber es stellt sich die Frage, ob es in Zeiten, wo man versucht von Kunststoff wegzukommen, notwendig ist, ein paar Tonnen Gummigranulat in die Landschaft zu streuen“, so der Grüne Rudolf Harasek. Gegen den Kunstrasenplatz und auch gegen die Umwidmung sprach sich die FPÖ aus.

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