Region im wirtschaftlichen Aufschwung – aber Chancen muss man nutzen
NEUFELDEN. Als „Wertschöpfungsmotor für Österreich“ bezeichnete Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung OÖ, unser Bundesland beim Unternehmerforum, zu dem die Firma Biohort geladen hat. Vor allem das Mühlviertel sei stark im Aufholprozess und eine der am stärksten wachsenden Regionen in Österreich.

Mit einem durchschnittlichen Wachstum von 4,32 Prozent in den letzten 15 Jahren ist das Mühlviertel (nach dem Innviertel) die zweitstärkst wachsende Industrieregion Österreichs, der Industrieanteil an der gesamten Wirtschaft liegt bei 39 Prozent. Weil sich aber die Wirtschaftsleistung stark auf Ballungsräume konzentriert, müsse man auch ländliche Regionen als Industriestandorte entwickeln, betonte Haindl-Grutsch. „Jeder Leitbetrieb hat Sogwirkung – mit jedem Arbeitsplatz, der hier entsteht, werden zwei weitere im Zulieferer- oder Dienstleistungsbereich geschaffen.“ In diesem Bereich könne man für die Region viel bewirken, ist der Industriellen-Vertreter überzeugt.
Rahmenbedingungen schaffen
Als Schlüsselfaktoren für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort nannte Joachim Haindl-Grutsch den Ausbau der Infrastruktur in den Bereichen Energie, Breitband, Verkehr; die Förderung der regionalen Zusammenarbeit durch Kooperation; die Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften. Der Fachkräftemangel hätte sich gerade in den letzten zwei Jahren mit der Hochkonjunktur zugespitzt. „Das Wachstum lag hier weiter über dem Durchschnitt, heuer wird sich das Expansionstempo normalisieren“, ist der Referent überzeugt. Für ihn ist die Politik gefordert, Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu schaffen. Dabei sprach er auch Leistungsanreize (“Beschäftigung muss sich lohnen“) oder eine geregelte Migration an.
Automatisieren und Digitalisieren
Auf die Frage vom jungen Biohort-Geschäftsführer Maximilian Priglinger, wie sich denn Klein- und Mittelbetriebe auf die Zukunft einstellen sollten, riet Haindl-Grutsch zur „Automatisierung und Digitalisierung, wo dies möglich ist, denn in Zukunft werden Leute fehlen, die Wachstum und Wertschöpfung sichern.“ Gleichzeitig müsse man die Mitarbeiter höher qualifizieren und das eigene Unternehmen als Arbeitgebermarke aufbauen.
Stärken aufzeigen
In diesem Sinne arbeitet ohnehin die Wirtschaftskammer mit den Plattformen meinstandort-rohrbach.at und meinjob-rohrbach.at, zeigte Bezirksstellenobmann Herbert Mairhofer auf. Bgm. Wolfgang Schirz, Obmann des Wirtschafsparks Rohrbach, ergänzte: „Unsere Unternehmen haben sich viel zu sehr unter den Scheffel gestellt. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es aber wichtig, die Stärken der Region und der einzelnen Betriebe klar und deutlich nach außen zu tragen. Flächen in den Ballungsräumen werden weniger – das ist unsere Chance, Betriebe in die Region zu holen und damit Arbeitsplätze zu schaffen. Und für junge Leute sind die Chancen in einer Lehre und im Handwerk größer als je zuvor.“


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