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Scheiblauer: Zwei außergewöhnliche Gastgeber im Mostviertel

Reinhard Leeb, 26.03.2019 18:57

MOSTVIERTEL/NEUHOFEN a. d. YBBS. Christiane und Johannes Scheiblauer führen gemeinsam das Relax-Resort Kothmühle und das Schloss an der Eisenstraße in Waidhofen/Ybbs. Im Relax-Resort Kothmühle kann man den Puls des Mostviertels fühlen.

  1 / 2   Johannes und Christiane Scheiblauer betreiben die Kothmühle und das Schloss an der Eisenstrasse Foto: Doris Schwarz-König

Christiane und Johannes Scheiblauer sind Hoteliers unter den Mostbaronen. Gemeinsam betreiben sie das Relax-Resort Kothmühle in Neuhofen/Ybbs und das Schloss an der Eisenstraße in Waidhofen/Ybbs. Die unterschiedlichen Aufgaben sind nicht nach Häusern aufgeteilt, sondern nach Bereichen. So ist Johannes für Finance und Controlling zuständig. Christiane macht das Marketing und die Qualitätssicherung für die beiden Betriebe. Die Schwester von Johannes, Maria Schuett, betreut den Bereich „Human Ressources“ und kümmert sich damit um das Personal. Das sind immerhin 90 Angestellte, die in den beiden Häusern mit 363 Zimmern arbeiten. Um die Liste der in den Betrieben arbeitenden Familienangehörigen zu vervollständigen, muss noch die Schwiegertochter Elisabeth Scheiblauer erwähnt werden, die im Schloss an der Eisenstraße arbeitet und die Großmutter Marianne Scheiblauer, die noch immer die Landwirtschaft führt, den Gemüsegarten betreut und die hauseigenen Schnäpse mit großem Können und inzwischen langer Erfahrung brennt.

Das Relax-Resort Kothmühle

Einen nicht dogmatisch verfolgten Schwerpunkt in den Aufgabenbereichen für Johannes und Christiane gibt es. Während Johannes der Gastgeber des Schlosses an der Eisenstraße ist, erfüllt Christiane diese Aufgabe als Gastgeberin in der Kothmühle.Ständig achtsam und ihre unmittelbare Umgebung im Blick erklärt sie deshalb auch von den unzähligen Details und Entwicklungsschritten, die in dem historischen Mühlengebäude stattgefunden haben. So spannt sich ein Erzählbogen vom Mostviertel und den -baronen, über den Resort-Garten zu den Konstruktionsideen rund um die Mostbirne im Gebäude, den Produkten aus der Region bis zum eigens geschaffenen Duft für die Empfangshalle.

Der Most

So zeigt sich die Verbundenheit zum Most schon in der vielfachen Verwendung des Wortes in der Getränkekarte oder auch in Begriffen des Resorts. „Most Relaxed“ als Begriff für das Wellnessprogramm des Resorts ist nur eines von vielen Wortspielen, das mit „Most“ durchgeführt wurde. Für die Scheiblauers hat das Wort „Most“ in der deutschen Sprache meist auch Assoziationen mit etwas derbem, ungehobeltem hervorgerufen. Deshalb wurde mehrmals auf das Wortspiel mit dem naheliegende englischen „most“, das „meist, meistens“ bedeutet, zurückgegriffen. Durch die Internationalität der Betriebe erhält dieses Wortspiel einen gewissen Charme.

Konsequent regional

So international das Setting des Resorts ist, so regional und lebendig ist dessen Ausgestaltung. Abgesehen davon, dass Saft, Most und Schnaps noch aus dem eigenen Obstgarten kommen, findet sich beispielsweise beim Frühstück die gesamte Geschmacksvielfalt des Mostviertels. Eine „Hausgebeizte Lachsforelle mit Senfkaviar“ ist nur eines der delikaten Beispiele dafür, wie Produkte aus der Region kombiniert werden. Der regionale Bezug zeigt sich auch bei Senf und Ketchup oder bei den Essigen und Ölen aus dem Mostviertel. Konsequenterweise findet auch die Begrüßung im Resort mit Produkten aus dem Mostviertel statt. So werden getrocknete Apfelscheiben von einem Mostbaronbetrieb überreicht. Da ist es dann keineswegs mehr überraschend, wenn die gesamte Minibar auf dem Zimmer mit Produkten aus dem Mostviertel gefüllt ist. Auch die Cocktails der Betriebe werden ausschließlich mit Mostviertler Spezialitäten zubereitet.

Die Mostbarone

Aber nicht nur im Wort finden sich der Most und sein Umfeld als Inbegriff des Mostviertels im Resort. „Die Philosophie der Mostbarone leben wir sehr intensiv“, erklärt Christiane. So ist die Mostbirne überall im Haus eingebaut. Immer sehr dezent, aber trotzdem konsequent. Seit 2010 ist Johannes einer der Mostbarone. 2017 war er deren Primus. Vor allem das Marketing der Barone, vor allem im Online-Bereich und die Installation des Webshops sind unter seiner Leitung entstanden.

Wohnen im Hotel

Eine Leidenschaft für Christiane ist der knapp 20.000 Quadratmeter große Garten des Resorts. Etwa 200 Obstbäume finden sich darin und ein Naturbadeteich. Das Bedürfnis der Gäste nach Entschleunigung wurde erkannt. Der Garten ist daher relativ natürlich gehalten. Die jüngsten Projekte im Garten sind die Anlage einer Bienenfutterwiese und die Installation eines Kneipp-Weges. Dieser soll zu Ostern fertiggestellt sein. Das Resort bewegt sich damit zunehmend in Richtung eines Bio-Betriebes.Bei den beruflichen Anforderungen bleibt wenig Zeit zum Entspannen. Aber für eine Gartenrunde ist immer wieder Zeit, erzählt Christiane. Und so wird die Gartenrunde nicht nur zur Genussrunde, sondern gleichzeitig auch zum Qualtitätscheck genutzt. Die Familie wohnt selbst noch im Hotel.

Das Personal

Die Mitarbeiter in den Betrieben spielen eine wesentliche Rolle. „Ein Mitarbeiter bleibt, weil er sich wohl fühlt, nicht wegen des Gehaltes“, erklärt Christiane. Die gute Mitarbeiter-Kultur, aber auch die gute Trennungskultur ist den Scheiblauers ein Anliegen. Zwischen den beiden Betrieben herrscht ein hoher Austausch oder das Personal kann dazwischen wechseln. Gutes Personal sei immer eine Herausforderung, aber es sei ein Jammern auf hohem Niveau, begründet Christiane. Auch heuer werden wieder neun bis zehn Lehrlinge aufgenommen.

„Viele Gäste wissen nicht, wohin sie kommen, wenn sie zu uns ins Resort fahren. Aber alle wissen, dass sie im Mostviertel waren, wenn sie es verlassen.“

Christiane Scheiblauer


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