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NEUKIRCHEN/IDOMENI. Nicht nur zusehen, wie Menschen in Zelten in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze ausharren, sondern etwas tun – das wollten die drei Studenten Samuel und Tamara Wintereder aus Neukirchen am Walde und Sarah Graf aus Niederösterreich. Sie verbrachten ihre Osterferien damit, mitzuhelfen, wo Hilfe dringend notwendig war. Seit zwei Wochen wird das Lager in Idomeni Stück für Stück geräumt, die Flüchtlinge in staatliche Auffanglager gebracht.

  1 / 6   Sara aus Niederösterreich, Samuel und Tamara aus Neukirchen am Walde kurz vor ihrem Einsatz in Idomeni Fotos: Wintereder

Viele der flüchtenden Menschen sind nach einem beschwerlichen Weg in Griechenland gestrandet. Durch die Schließung der Grenzen auf der Balkanroute kommen sie nicht mehr weiter. In dem griechischen Städtchen Idomeni ist ein provisorisches Flüchtlingscamp mit fast 12.000 Menschen entstanden. Mit einem Anhänger voll Sachspenden ging es für das junge Dreierteam Tamara, Samuel und Sarah mit dem Auto in 18 Stunden durch Ungarn, Serbien und Mazedonien in Richtung Süden. „Die Politik in Österreich hat uns sehr frustriert und verärgert, man fühlt sich ohnmächtig etwas gegen das Leid der vielen Menschen zu tun, sieht so viele negative Bilder in den Medien und da möchte man nicht einfach nur zusehen sondern etwas daran ändern. Wir wollten zeigen, dass wir die Vorgehensweise der Politiker nicht unterstützen, ein positives Zeichen setzen. Vor Ort merkt man, dass jede noch so kleine Tat den Menschen hilft“, erklärt Tamara Wintereder. Im Camp wurden die Studenten von der Ausnahmesituation überwältigt. „Zu allererst fallen einem die vielen Menschen und vor allem Babys und Kleinkinder sowie unzählige Zelte auf. Leider sticht einem auch der Müll sofort ins Auge und der braune, schlammige – zum Glück durch die Sonne getrocknete – Boden“, erzählt Tamara. Die vielen Familien, die in Zelten notdürftig lebten und an provisorischen Feuerstellen kochen, werden von Freiwilligen mit dem Notwendigsten zum Überleben unterstützt. Babynahrung und warme Strampelanzüge werden an Mütter mit Kleinkindern ausgeteilt. Männer mit robusten Schuhen versorgt oder kleine Kinder mit einem Luftballon glücklich gemacht. Die Fröhlichkeit der Flüchtlingskinder hatte die Studenten aus Neukirchen besonders berührt: „Ihr Lachen, wenn man die Kleinsten durch die Luft gewirbelt hat oder mit ihnen spielte und die Offenheit der Menschen, wenn sie uns vor ihrem Zelt als Gäste willkommen geheißen haben, zum Tee oder Essen eingeladen haben, das hat uns besonders beeindruckt. Ebenso bemerkenswert waren die Bemühungen der griechischen Organisationen, die sich um Hygiene gekümmert, Toiletten geputzt oder Müll gesammelt haben“, so die Studentin. An jeder Ecke des Camps werde Hilfe gebraucht. Auch die Lebensmittelversorgung stellte ein großes Problem dar. Sarah, Samuel und Tamara engagierten sich während ihres Einsatzes unter anderem bei dem „Hummus Rights Project“. Hier wurden täglich 3000 Wraps zubereitet und anschließend in einem Paket mit Obst, Ei und Wasser an die Menschen verteilt. Dies sei eine Herausforderung gewesen, da die Essenspakete nie für alle reichten. „Wenn du siehst, dass deine Pakete zu Ende gehen und die Warteschlange noch hunderte Meter lang ist, dann bist du am Verzweifeln“, erzählt Samuel Wintereder. Doch die Menschen seien es gewöhnt und verhielten sich auch in diesen Situationen diszipliniert. Ein besonderes Anliegen war den Volontären, den Kindern ein Stück ihrer Kindheit zurückzugeben. So organisierten sie eine Malstation, wo die Kinder und Jugendlichen malen und basteln konnten. „Es war so schön zu sehen, was für eine große Freude man ihnen mit kleinen Dingen machen kann und mit welchem Stolz die Kinder uns ihre Kunstwerke präsentierten“, meint Tamara.Das Lager in Idomeni wird seit vergangener Woche geräumt, die Menschen in umliegende Flüchtlingslager gebracht. „Natürlich ist auch aus der Sicht von uns Freiwilligen Idomeni keine Dauerlösung, es war ein provisorisches Camp, das nicht die nötige Versorgung für die Menschen bereitstellen konnte. Unserer Meinung nach wäre die Lösung für das Problem, dass die Menschen nach Europa kommen können, aber wenn das (nach derzeitigem Stand) leider nicht möglich ist, sollen die Geflüchteten in Camps untergebracht werden, wo die Verpflegung ausreichend ist und es auch Möglichkeiten für die Bildung der Kinder gibt. Es war bei allem Einsatz schwer auszuhalten, dass wir das Grundproblem der Weiterreise in ein Asylland nicht unterstützen konnten, doch konnten wir beitragen die ungewisse Wartezeit für einzelne Frauen, Männer und vor allem Kinder erträglicher zu machen“, so die Studenten.


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Gastuser
Gastuser
29.04.2016 13:16

Aktion Weitblick

Ich (Samuel) möchte noch erwähnen, dass wir mit der Aktion Weitblick vor Ort waren. Das ist eine Iniative, die sich für die Versorgung von flüchtenden Menschen in Griechenland einsetzt. Mehr Infos und die Möglichkeit zu spenden finden sich hier: https://aktionweitblick.com/ Danke!