Wie der DJ ins Schlachthaus zum Bierbrauen kam
NEUMARKT/KALLHAM. Vom Plattenteller zum Zapfhahn verschlug es Maximilian Meindl aus Neumarkt. Vor zwei Jahren begann der DJ sein erstes Bier zu brauen, heute betreibt er im alten Schlachthaus in Kallham seine „Max und Malz Privatbrauerei“.

Immer wieder dienstags ist bei Maximilian Meindl Brautag, dann laufen die Maschinen und zaubern aus Hopfen, Wasser und Malz gepaart mit Honig, Haferflocken Zwetschkenröster oder Lebkuchen die verschiedensten Biersorten der „Max und Malz-Privatbrauerei“. Meindl braut Bio-Craft-Bier, das sich vom klassischen Gerstensaft durch die Zugabe verschiedenster Zutaten nahezu unendlich variieren lässt.
Von Bierprinzessin bis Haubenlokal
Vier Sorten hat der Neumarkter ständig im Repertoire: Das Bio Zwickl, ein helles, naturtrübes Bier für den klassischen Biertrinker sowie die Rote Baronesse, die er liebevoll als „Bierprinzessin“ bezeichnet. Bei diesem Craft Bier wird das Wasser an schottische Verhältnisse angepasst. Dazu werden die natürlichen Salze verändert. „Das sind die Spielereien, die es unterm Strich ausmachen“, erklärt Meindl. Vom Geschmack in Richtung dunkle Schokolade bewegt sich sein Oatmeal Stout, das bereits in Haubenlokalen der Region serviert wird. Auch eine Hefe-Weiße hat der Bierbrauer im Angebot. „Es ist einfach eine Passion. Ich habe früher so gut wie gar kein Bier getrunken, weil es mir nicht geschmeckt hat“, sagt der Neumarkter schmunzelnd. Durch den Craft Bier-Hype entdeckte er Bier auf neue Weise.
Gelernt beim Bierprofessor
Nach einem Seminar bei Bierprofessor Alexander Jäger in Wels ging Meindl dann selbst ans Werk. Die ersten Biere entstanden in seiner Waschküche, wo er schnell an seine Grenzen stieß. Heute im alten Schlachthaus in Kallham, hat er den perfekten Platz für seine kleine Privatbrauerei gefunden. Hier sprießen auch die Ideen für neue Sorten. „Das Schönste ist, dass die Bierlandschaft größer wird und sich viel mehr Sorten hervortun. Die Leute haben jetzt so oft dasselbe getrunken, ohne zu wissen, was es sonst noch gibt“, meint Meindl.
Vom DJ zum Bier
Bevor Meindl zum Bierbrauer wurde, rührte er als DJ M-FX europaweit die Plattenteller und betrieb sein eigenes Musiklabel. „Ich wollte nach 25 Jahren im Musikbusiness mal etwas anderes machen. Wichtig war mir, dass es etwas ist, wo ich mit voller Überzeugung dahinter stehen kann“, meint Meindl. Sein Herz schlage trotzdem noch für die Musik, so der 40-Jährige.
Stammkunden in Wien
Das Kallhamer-Neumarkter Craft Bier hat in Wien bereits einige Stammkunden gewonnen und ist in Unimärkten, privaten Sparmärkten und in den Bio-Läden im Bezirk Grieskirchen erhältlich. Für den leidenschaftlichen Bierproduzenten steht im Frühjahr der nächste Schritt an: er wird die Ausbildung zum Biersommelier machen. Tips verlost 3x1 Sechsertragerl Craft Bier.


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