Baubeginn für das kostspielige Rückhaltebecken in Krems-Au
NUSSBACH/WARTBERG AN DER KREMS. Das geplante Rückhaltebecken zum Hochwasserschutz in der Krems-Au wird endlich gebaut. Baubeginn war am 4. Dezember.

Das Rückhaltebecken (RHB) Krems-Au soll im Falle eines Hochwassers die Krems bereits am Beginn des Beckens aufstauen, um das Wasser dann kontrolliert ablassen zu können. Mit einem Gesamtfassungsvermögen von 2,6 Millionen Kubikmeter Wasser umspannt sie die beiden Gemeinden Nußbach und Wartberg. Nach Erteilung des Wasserrechtsbescheids und der Erfüllung aller rechtlich notwendigen Anforderungen konnte der Spatenstich im Dezember erfolgen. „Ich bin froh, dass nach einer langen Vorlaufzeit nun die Finanzierung geklärt ist und das Projekt endlich umgesetzt werden kann“, berichtet FPÖ-Landtagsabgeordneter und Bezirksparteiobmann Michael Gruber. Auch Bürgermeister Franz Karlhuber von Wartberg freut sich, dass es endlich losgeht: „Ich freue mich sehr, dass das Jahrhundertprojekt nach langen Verhandlungen nun gestartet werden kann. Dies ist ein wesentlicher Beitrag für die Hochwassersicherheit für die Bevölkerung.“
30 Millionen Euro teures Projekt in zwei Etappen
Das gesamte Bauprojekt soll 30 Millionen Euro kosten. Die Mittel für den Bau werden vom Land Oberösterreich (12 Millionen), vom Bund (15 Millionen) und den Gemeinden (drei Millionen) zur Verfügung gestellt. Aufgrund der Größe des Baues soll das Projekt in zwei Schritten umgesetzt werden. Der Bauabschnitt eins, der das Betonfundament, die Errichtung der Baustraßen, die Brücke und die Leitungen umfasst, soll bis 2020 fertiggestellt werden. Danach wird mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen, wo der Damm errichtet wird.
300.000 Kubikmeter Schüttmaterial für Damm
Dabei werden 300.000 Kubikmeter Schüttmaterial aufgeschüttet. „Aufgrund der Größe dieses Projekts soll die Anlage in zwei Bauetappen errichtet werden. Der erste Bauabschnitt beinhaltet die Errichtung der Grundablässe an der Krems und am Rotbach, den Flussbau, die Wehranlage, die Wirtschaftsbrücken und den Leitungsbau. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Dammbau, die Errichtung der Hochwasserentlastung sowie die Materialgewinnung“, so die beiden freiheitlichen Landtagsabgeordneten Gruber und Baldinger. Auf dem ehemaligen Grundstück Friedrich in der Pimminghofsiedlung in Wartberg wurde das Baubüro errichtet. Die Hauptzufahrt zur Baustelle erfolgt von der L554, der Schlierbacher Landstraße und über eine neu zu errichtende Baustraße Richtung Baufeld.
Hochwasser von 2002 mit 60 Millionen Euro Schaden als Anstoß
Anstoß für die Planung eines Rückhaltebeckens war die Hochwasserkatastrophe vom August 2002, wo die Krems großflächig über die Ufer getreten ist. „Der Schaden des Hochwassers von 2002 blief sich auf rund 60 Millionen Euro“, so der Freiheitliche Landesrat Elmar Podgorschek bei einem Pressegespräch, dessen Zuständigkeitsgebiet unter anderem das Krisen- und Katastrophenschutzmanagement und die Wasserwirtschaft sind. „Das Kremstal wurde im August 2002 von einem verheerenden Hochwasser heimgesucht, mit großen Schäden von Wartberg an der Krems bis Ansfelden. Durch diese massiven Überflutungen ist ein monetärer Gesamtschaden in der Höhe von rund 51 Millionen Euro entstanden. Würde man die Indexsteigerung berücksichtigen, wären das heute 66 Millionen Euro“, berichtet Baldinger, in einer Landtagssitzung.
Weitere Hochwasserkatastrophe verhindern
„Mit dem Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Krems-Au soll das Herzstück eines umfangreichen Hochwasserschutzprogramms für das Kremstal umgesetzt werden. Das Kremstal wurde im Zuge des Jahrhunderthochwassers 2002 schwer in Mitleidenschaft gezogen und es entstanden Schäden in Millionenhöhe“, erläutert Gruber. Das Rückhaltebecken soll nach Abschluss der Bauarbeiten und der gegründete Hochwasserschutzverband dazu dienen eine weitere Hochwasserkatastrophe erfolgreich zu verhindern. „Zur Verhinderung solcher Schäden wurde ein Hochwasserschutzverband gegründet und eine einzugsgebietsbezogene schutzwasserwirtschaftliche Planung in Angriff genommen. Herzstück wird das Rückhaltebecken auf den Gemeindegebieten Nußbach und Wartberg sein, wodurch der Unterlauf der Krems besser gegen Hochwässer geschützt wird. Weiters fallen auch noch viele Zusatzarbeiten, wie die Verlegung des Hauptstrangs des Kanals und der Gasleitung sowie die Wiederherstellung bestehender Drainagen, an. Die Kosten für diese Rückhaltebecken belaufen sich auf 30 Millionen Euro (49,7 Prozent trägt der Bund, 40 Prozent das Land und 10,3 Prozent der Schutzwasserverband Kremstal)“, erklären Gruber und Baldinger weiter.
Bürgermeister Karlhuber bedankt sich bei Grundbesitzern
„Einen großen Dank möchte ich auch allen Grundbesitzern aussprechen, dass wir gemeinsam eine einvernehmliche Lösung finden konnten“, so Bürgermeister Karlhuber abschließend.


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