Flüchtlingsfamilie nach viereinhalb Jahren in Oberkappel abgeschoben
OBERKAPPEL. „Nun haben wir in Oberkappel genau das gleiche Asylanten-Abschiebedrama wie in Pfarrkirchen erlebt (Tips berichtete, Anm.)„, eröffnet Franz Hauer seinen Leserbrief an die Tips Redaktion. Am Abend des Pfingstmontag wurden Bashir, seine Frau und seine Tochter von der Polizei abgeholt und nach Tschetschenien abgeschoben.

Seit rund viereinhalb Jahren wohnte die Familie im Oberkappler Asylheim. „Bashir war im Ort integriert, überall war er gern gesehen, suchte laufend Arbeit. Seine Frau arbeitete in einem Gasthaus, in einem Mangelberuf“, erzählt Kerstin Dax, die sich ebenfalls per Leserbrief an die Tips wandte. Am Pfingstmontag um acht Uhr Abends seien plötzlich sechs Polizisten und eine Sozialarbeiterin vor der Tür der Familie gestanden, „dann mussten sie unter Aufsicht der Beamten ihre paar Habseligkeiten einpacken und wurden mitgenommen.“
Scharfe Kritik an Politik
Sowohl Hauer als auch Dax üben scharfe Kritik an der Politik. Die Asylgesetzgebung sei nicht vom Himmel gefallen, die Politik hätte sehr wohl Möglichkeiten, die Abschiebung von gut integrierten Personen zu verhindern. „Durch die Abschiebung von integrierten Familien mit minderjährigen Kindern wird Österreich kein bisschen sicherer“, ist Dax überzeugt.
Bürgermeister Karl Kapfer (ÖVP) sieht das Problem vor allem in der langen Verfahrensdauer: „Viele sind ein Jahr oder noch länger bei uns, bis sie überhaupt die Einladung zur Einvernahme im inhaltlichen Verfahren bekommen. Die Asylverfahren müssen beschleunigt werden, damit nicht erst nach vier oder fünf Jahren abgeschoben wird. Dann würden auch solche Dramen der Vergangenheit angehören.“


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