„Am schönsten ist die Dankbarkeit der Leute“
OBERNBERG/RIED. Die Rettungssanitäter sind so etwas wie die „Speerspitze“ des Roten Kreuzes. Sie rücken zu Unfällen aus, leisten Soforthilfe, übernehmen Patiententransporte und sind oft der erste Kontakt zum Roten Kreuz.

Neben 75 hauptberuflichen Mitarbeitern und 13 Zivildienern arbeiten beim Roten Kreuz im Bezirk Ried rund 1.000 Freiwillige. Knapp die Hälfte dieser Frauen und Männer sind im Rettungsdienst tätig, wo sie 2018 bei 22.700 Einsätzen rund 106.000 Stunden lang im Einsatz waren. Freiwillig.
Vom Heer zum Roten Kreuz
Einer dieser Rettungssanitäter ist Bernhard Petermaier aus Geinberg. Der 30-jährige Maschinenbautechniker hat sich schon 2008 während seines Wehrdienstes bei den „13ern“ in Ried zu den Miliz-Sanitätern gemeldet.
Nach dem Bundesheer ging er zum Roten Kreuz, wo er mehrere Ausbildungen absolvierte. Mittlerweile bildet er selbst neue Sanitäter aus und ist SvE-Peer. In dieser Funktion bietet er Einsatzkräften nach belastenden Einsätzen psychologische Betreuung an (SvE steht für „Stressverarbeitung nach belastenden Einsätzen“).
Seit dem 11. Lebensjahr
Neben dem Roten Kreuz ist er auch noch seit seinem elften Lebensjahr bei der Feuerwehr (dort ist er Oberamtswalter für Atemschutz). Schon damals, sagt er, „wollte ich etwas tun, das den Leuten hilft.“
Alleine beim Roten Kreuz kommt Petermaier auf 300 bis 600 Stunden im Jahr. Während man in der Ausbildung viele Tagdienste machen muss, um die vorgeschriebene Zahl an Fahrten zu erreichen, kann man sich die Arbeit später recht gut einteilen, sagt er. Auch wenn er manchmal direkt von einem Nachtdienst in die Arbeit kommt, habe er in der Firma noch nie Probleme gehabt.
Ein Grund für sein Engagement: „Jetzt brauche ich noch keine Hilfe. Darum helfe ich anderen, damit auch mal jemand da ist, wenn ich Hilfe brauche.“
Dankbarkeit
Auch wenn der Dienst – besonders bei schweren Unfällen oder Katastropheneinsätzen wie dem Unglück in Frauschereck, bei dem er dabei war – manchmal belastend sein kann, gebe es immer wieder schöne Momente.
„Am schönsten ist die Dankbarkeit der Leute. Wenn jemand nach einem Notfall aus ganzem Herzen „Danke“ sagt – das ist etwas Schönes“, sagt Bernhard Petermaier.
Teamgeist
Er schwärmt geradezu vom Teamgeist beim Roten Kreuz: „Das ist wirklich eine große Familie. Wir tragen das gleiche Gewand und tun das Gleiche aus den gleichen Gründen. Das Rotkreuz-Motto „aus Liebe zum Menschen“ wird hier wirklich gelebt.“
Neuer Rettungssanitäterkurs
Die nächste Rettungssanitäter-Ausbildung beginnt am 17. September. Daher veranstaltet das Rote Kreuz am Dienstag, 3. September um 19.30 Uhr Informationsabende in den Ortsstellen Obernberg, Mettmach und Ried.
Alle Informationen
An diesem Abend werden alle Details der Ausbildung sowie die persönlichen Voraussetzungen für die herausfordernde, aber spannende Tätigkeit als Rettungssanitäter präsentiert. Alle Personen ab dem vollendeten 17. Lebensjahr, die Interesse an einer freiwilligen Mitarbeit im Roten Kreuz als Rettungssanitäterin oder Rettungssanitäter haben, sind eingeladen und willkommen.
Praxisnahe Ausbildung
Der theoretische Teil der Ausbildung umfasst 100 Stunden, anschließend folgt ein 160-stündiges Praktikum, bei dem man bereits im Rettungswagen mitarbeiten darf. Während des Praktikums werden die angehenden Sanitäterinnen und Sanitäter von erfahrenen Praxisanleitern mit viel Engagement in den Sanitätsdienst eingeführt und für die kommissionelle Abschlussprüfung vorbereitet.
Die ist gar nicht so leicht, sagt Bernhard Petermaier: „Es wird einem nichts geschenkt – aber es geht ja um etwas.“


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