„Mit Lissy hat alles angefangen“
OBERNEUKIRCHEN. Seit dem Jahr 2002 gibt es den Pferdehof Sonnberger in Oberneukirchen. Im Gespräch mit Tips hat Martina Preining nicht nur über den Georgiritt, sondern auch über die Anfänge des Hofes und über den Beginn zu ihrer großen Liebe zu Pferden – und vor allem zu einem ganz bestimmten – gesprochen.

„Ich habe mir immer schon ein Pferd gewünscht“, erzählt die Oberneukirchnerin Martina Preining. „Ich war damals acht Jahre alt und ich bin auf dem Schoß meines Vaters im Garten gesessen und habe immer gesagt: Ich wünsche mir ein Pferd.“ Und ihr Wunsch sollte tatsächlich erhört werden: Ihr Vater nahm sie mit zu einem Haflingerhof, wo sie sich ein Fohlen aussuchen durfte. Sie entschied sich für Lissy, eine Haflingerstute, die sie seit damals – seit ihrem elften Lebensjahr – durch ihr weiteres Leben begleiten sollte. Der Rest ist Geschichte: „Mittlerweile bin ich 41 und Lissy ist 30 – und ich habe sie immer noch und mit ihr hat alles angefangen“, so Preining. Gemeinsam mit ihrem Mann Johann führt Preining nun seit 2002 den Pferdehof Sonnberger in Lobenstein in Oberneukirchen.
Ein eigener Pferdehof
Während sie ihre Liebe zu Pferden schon früh entdeckte, kam die Idee zu einem Pferdehof mit Einstellplätzen natürlich erst viel später. Als die 41-Jährige und ihr Partner sich entschlossen, zusammenzuziehen, war auch klar, dass die Pferde – neben Lissy mittlerweile auch Bora – mitkommen müssen. Anstelle aber nur zwei Boxen am schwiegerelterlichen Hof zu machen, richteten die beiden auch ein paar Einstellplätze ein. Mit Erfolg: denn die ersten Boxen waren im Nu vergeben. Eingezogen wurde im Juni 2002, schon bald folgte dann mit einem Offenstall die erste Erweiterung. Als sich die Familie einige Jahre später entschied, den Kuhstall aufzugeben, wurde auch dieser umgebaut. Größer will Preining aber nicht mehr werden: „Am Anfang freut man sich, dass so eine Nachfrage da ist. Aber eigentlich ist es so, dass die Größe jetzt passt, weil es einem sonst schnell zu viel wird. Es ist auch so, dass jeder so seinen Platz hat und nie etwas überfüllt ist.“
Bei all diesen Entwicklungen am Hof schätzt Preining eines vor allem: „Was ich immer sehr positiv gefunden habe – und das ist vielleicht wirklich gar nicht so selbstverständlich, was man so von anderen Betrieben hört – ist, dass die Schwiegereltern mit dem einverstanden waren, was wir gemacht haben. Es war nie ein Thema, dass das nicht gepasst hätte. Wir haben von Anfang an immer zusammengeholfen.“ Inzwischen beherbergt der Stall mehr als 30 Tiere – neben Pferden auch Eseln und Ponys.
Georgiritt als Publikumsmagnet
Bereits 2003 entstand auch die Idee eines Georgiritts in Oberneukirchen. Da das Gelände rund um den Hof aber noch nicht so weit war, wurde die erste Pferdesegnung auf einem Oberneukirchner Bauernhof veranstaltet. Erst ein Jahr später kam es dann zum ersten Georgiritt am Pferdehof Sonnberger. Obwohl es nach der Segnung bereits im kleinen Rahmen Verpflegung gab, fehlte noch ein – für den heutigen Georgiritt am Pferdehof Sonnberger – typisches Element: die Vorführungen. Während man im ersten Jahr einfach zur Schau am Reitplatz ritt, folgten in den Jahren darauf kleine Vorführungen. „Das haben wir oft erst ein paar Tage vorher probiert“, erinnert sich die 41-Jährige.
Mittlerweile sind nicht nur die Vorführungen, sondern der Georgiritt an sich ein Publikumsmagnet. Die Showeinlagen nach der Pferdesegnung werden schon mehrere Monate vorher geplant und regelmäßig geprobt, während es am Veranstaltungstag in der Reithalle neben der Verköstigung auch musikalische Unterhaltung gibt.
„Bei Pferden gibt es keine Vorurteile“
Woher ihre große Liebe zu Pferden kommt, kann sich die Oberneukirchnerin selber nicht so genau erklären. Fest steht laut Preining aber, dass diese schon seit ihrer Kindheit da war. Besonders schätzenswert findet sie bei Pferden, wie vorurteilsfrei sie sind: „Bei einem Tier generell - oder auch bei einem Pferd - da gibt es keine Vorurteile zu Menschen. Sie nehmen dich so wie du bist.“
An Lissy gefällt ihr vor allem, auch wenn sie - typisch Haflinger - einen Sturkopf hat und dem Futter so gar nicht abgeneigt ist, vor allem ihre freundliche Art gegenüber den Personen. „Dadurch, dass sie im ersten Jahr mit dem Menschen alleine war, ist sie einfach so menschenbezogen. Sie fürchtet nichts und schreckt sich nicht. Man fühlt sich so sicher bei ihr.“
Stichwort Sicher. Auch das ist etwas, wovon die 41-jährige überzeugt ist: Von der positiven Wirkung der Tiere. Besonders auf jene, die es nicht so leicht haben. „Das macht einem auf jeden Fall total stark, wenn man mit Pferden arbeitet. Das sehe ich, wenn Kinder zu mir reiten kommen, denen es oft nicht so gut geht und die auch oft in der Schule Probleme haben. Das hat einfach mit den Pferden - mit der Arbeit mit ihnen - und eben weil sie einem so nehmen, wie man ist, zutun. Sie sagen nicht, du stehst mir nicht zum Gesicht, dich mag ich nicht. Das gibt es einfach nicht. Und was auch so gut ist: Das getragen werden. Einfach, dass dich jemand trägt. Und wenn man etwas probieren möchte - wie das Hufe hergeben - und wenn man das geschafft hat, dann ist das einfach eine Bestätigung. Man muss so ehrlich sein zu Pferden.“


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