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OBERSCHLIERBACH. Andreas Ehrenhuber züchtet auf seinem Bauernhof in Oberschlierbach Rinder. Als Ortsbauernobmann setzt er sich für die Bauern ein und fordert die Politik auf, zu handeln.

Ortsbauernobmann Andreas Ehrenhuber bei der Arbeit, Foto: Egelseder
Ortsbauernobmann Andreas Ehrenhuber bei der Arbeit, Foto: Egelseder

„In der Landwirtschaft wird es immer schweiriger. Unser Betrieb, der im Vollerwerb geführt wird, ist gewachsen und es bleibt wenig Freizeit“, erzählt Andreas Ehrenhuber. Rund 25 Milchkühe und 50 Stück weibliche Nachzucht sind am Milchviehzuchtbetrieb des Ortsbauernobmannes und seiner Frau Barbara zu Hause. Ihre Haupteinnahmequelle sind Milch- und Zuchtrinderverkauf. Rinderzucht ist die große Leidenschaft des 43-Jährigen.

„Politik ist gefordert“

Andreas Ehrenhuber war zehn Jahre ÖVP-Obmann in Oberschlierbach und kandidierte auch schon einmal für die Wahl zum Bürgermeister. Der dreifache Vater spricht Dinge, die ihn stören, offen an. Aktuell hat er das Gefühl, dass in der Politik zu wenig passiere: „Die Bauern wurden zuerst dazu gedrängt, größer zu werden und jetzt, wo der Überschuss an Milch und Fleisch da ist, passiert nichts.“ Der Bergbauer fordert die Politik und die Handelspartner auf, „miteinander einen Weg zu finden, um aus dieser Misere heraus zu kommen. Wir haben zwar nur den bestehenden Hof umgebaut, mit diesem Milchpreis ist es aber genauso schwierig für uns. Das System, das von Gmundner Milch eingeführt wurde, ist glaube ich, für jeden tragbar. Aber sicher keine Allmachtlösung. So werden wir das Problem nicht lösen.“ 

Laut dem Ortsbauernobmann müsse es eine Lösung für ganz Österreich geben, die von Politik, Molkereien und Bauern gemeinsam entwickelt wird. „Wir brauchen mehr Werbung und Marketing für unsere Produkte. Wir müssen zwar an den Exportmärkten dran bleiben, jedoch auch die regionalen Märkte stärken und wir müssen mit den Konsumenten ins Gespräch kommen. Außerdem wünsche ich mir eine Entbürokratisierung. Die Politik hat oft Ideen, die in der Praxis nicht umsetzbar sind“, erzählt der Bergbauer.

Regionale Produkte vermarkten

„Wir befassen uns intensiv damit, dass wir in Geschäfte gehen und die Filialleiter darauf ansprechen, regionale Produkte von Gmundner Milch ins Sortiment zu nehmen. Es kann nicht sein, dass ich Produkte in der Region, in der sie produziert werden, nicht kaufen kann,“ erzählt der Ortsbauernobmann.

Betriebe werden weniger

 “Es ist mir eine Ehre, Ortsbauernobmann zu sein und mich für meine Oberschlierbacher Bauern einsetzen zu können, um sie bestmöglich zu unterstützen und zu beraten“, sagt Andreas Ehrenhuber. Die Bauern in Oberschlierbach sind eine „eingeschworene Gemeinschaft“, so Ehrenhuber. Aktuell gibt es rund 25 aktive Bauern im Ort, nur mehr wenige davon werden im Vollerwerb geführt. „Wenn die Jungen die Landwirtschaft nicht übernehmen wollen, wird es in Zukunft noch weniger Bauern geben“, so der Ortsbauernobmann, der sich dafür einsetzt, dass das „Bauernsterben“ aufhört. „Dafür brauchen wir aber die Politik“, ist Ehrenhuber überzeugt.


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