Gelsen-Gefahr: West-Nil-Virus in Österreich auf dem Vormarsch
ÖSTERREICH. Stechmücken werden zur Gesundheitsgefahr: Das West-Nil-Virus breitet sich in Österreich aus. Rekordzahlen, neue Viruslinien und steigende Risiken im Osten des Landes.
Die heimischen Stechmücken entwickeln sich zunehmend zu einer ernstzunehmenden gesundheitlichen Gefahr. Aktuelle Daten der MedUni Wien belegen einen deutlichen Anstieg der Infektionen mit dem West-Nil-Virus. Mit 37 bestätigten Fällen im Jahr 2024 wurde ein neuer Höchststand erreicht – ein Wert, der Fachleute alarmiert.
Was lange als seltene Ausnahme galt, hat sich vor allem im Osten Österreichs etabliert. Steigende Temperaturen begünstigen nicht nur die Vermehrung der Gelsen, sondern auch die Ausbreitung des Virus innerhalb der Mückenpopulation. Besonders betroffen sind das Burgenland und Wien, wo das Infektionsrisiko während der Sommermonate deutlich erhöht ist.
Neue Viruslinie erstmals in Österreich nachgewiesen
Analysen des Zentrums für Virologie zeigen, dass erstmals im Nordburgenland eine Virus-Linie entdeckt wurde, die bisher vor allem in Südeuropa vorkam. Der Nachweis belegt, dass das West-Nil-Virus in heimischen Mücken erfolgreich überwintern kann. Damit ist die Gefahr nicht mehr nur saisonal, sondern dauerhaft präsent.
Schwere Krankheitsverläufe möglich
Zwar verlaufen viele Infektionen mild oder völlig symptomlos, doch die Dunkelziffer gilt als hoch. Im vergangenen Jahr mussten rund 20 Personen wegen schwerer Komplikationen stationär behandelt werden. In seltenen Fällen kann das Virus eine Gehirn- oder Hirnhautentzündung auslösen. Da es keine Impfung für Menschen gibt, ist frühe Aufmerksamkeit entscheidend. Fieber, starke Kopfschmerzen oder grippeähnliche Symptome nach einem Mückenstich sollten ernst genommen werden.
Prävention bleibt der wichtigste Schutz
Der wirksamste Schutz liegt in der Vermeidung von Mückenstichen. Experten empfehlen, stehende Gewässer im Garten konsequent zu beseitigen, lange Kleidung zu tragen und auf wirksame Insektenschutzmittel zu setzen. Aktuelle regionale Warnhinweise helfen zusätzlich, das persönliche Risiko besser einzuschätzen.
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