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Gebietsplan Seiser Alm: Neustart für Schutz, Nutzung und Zukunft eines sensiblen Naturraums

Tips LogoThomas Leitner, 03.02.2026 11:56

SÜDTIROL. Ein neuer Gebietsplan soll die Seiser Alm fit für die Zukunft machen. Rund 6.800 Hektar werden neu geregelt – mit Fokus auf Schutz, Nutzung und Mobilität.

Die Seiseralm in Südtirol (Foto: Frank Schröder/adobe.stock)
Die Seiseralm in Südtirol (Foto: Frank Schröder/adobe.stock)

Der sensible Natur- und Kulturraum der Seiser Alm steht vor einer umfassenden Neuausrichtung. Mit dem offiziellen Startschuss in der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung beginnt die Ausarbeitung eines neuen übergemeindlichen Gebietsplans. Betroffen sind rund 6.800 Hektar in den Gemeinden Kastelruth, St. Christina und Wolkenstein. Der bestehende Landschaftsplan aus den 1970er-Jahren gilt als überholt und soll nun grundlegend erneuert werden.

Vier Themen prägen den neuen Plan

Beim Kickoff-Meeting am 27. Jänner in Bozen stellte ein interdisziplinäres Expertenteam den Projektaufbau, den Zeitplan und die inhaltlichen Schwerpunkte vor. Der neue Gebietsplan konzentriert sich auf vier zentrale Bereiche: Naturräume und Ökologie, Agrar- und Waldlandschaft samt traditioneller Kulturlandschaft, touristische und wirtschaftliche Nutzung sowie Mobilität im alpinen Raum. Ziel ist eine zeitgemäße Balance zwischen Schutz, Nutzung und Entwicklung.

Alte Regeln, neue Realität

Der neue Plan soll Inhalte, Grafiken, Schutzbestimmungen und Nutzungsregeln umfassend aktualisieren. Der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sowie Raumentwicklung Peter Brunner sieht darin einen entscheidenden Schritt für die Zukunft der Seiser Alm. Der Gebietsplan soll den einzigartigen Landschaftsraum sichern und gleichzeitig Raum für eine verantwortungsvolle Weiterentwicklung schaffen.

Breite Beteiligung bis 2027

Ein zentrales Element des Projekts ist die Einbindung der Bevölkerung und aller relevanten Interessensgruppen. In Workshops, Feedbackrunden und öffentlichen Veranstaltungen sollen Betriebe, Touristiker, Landwirte, Naturschutzakteure und weitere Beteiligte aktiv mitwirken. Laut Carlotta Polo, Direktorin des Landesamtes für Gemeinde- und Landschaftsplanung, starten in den kommenden Monaten vertiefte Analysen und Habitat-Kartierungen. Parallel dazu wird eine Steuerungsgruppe mit Vertretern von Gemeinden, Land und Fachdisziplinen eingerichtet.

Das erste große Stakeholder-Treffen ist für den 3. März in Kastelruth angesetzt. Der Entwurf des neuen Gebietsplans soll im Jahr 2027 vorliegen. Damit beginnt für die Seiser Alm ein langfristiger Prozess, der Schutz, Nutzung und Lebensqualität neu ordnen soll.


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