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Bergrettung zieht Bilanz: Mehr Einsätze, mehr Gerettete – warum Wissen über alpine Gefahren Leben schützt

Tips LogoThomas Leitner, 10.02.2026 09:28

ÖSTERREICH. Über 10.900 Einsätze, tausende Gerettete, aber auch 234 Tote: Die Bergrettung war 2025 stärker gefordert denn je – und warnt eindringlich.

Bergrettung war 2025 über 10.000 Mal im Einsatz (Foto: ÖBRD)
Bergrettung war 2025 über 10.000 Mal im Einsatz (Foto: ÖBRD)

Die Einsatzzahlen des Österreichischer Bergrettungsdienst steigen weiter. Im Jahr 2025 rückten die Einsatzkräfte österreichweit zu 10.912 Einsätzen aus – ein Plus von 815 Alarmierungen gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 11.104 Menschen aus alpinen Notlagen geborgen. Der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend setzt sich damit ungebremst fort.

Mehr Einsätze, mehr Verletzte, mehr Todesfälle

Von den geborgenen Personen waren 8.518 verletzt, 2.233 unverletzt. 234 Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. Die Zahlen zeigen eindrücklich, wie stark Berge und alpine Räume genutzt werden – und wie hoch das Risiko bleibt. Immer häufiger sehen sich die Einsatzkräfte mit komplexen Rettungen in steilem, unwegsamem Gelände konfrontiert.

„Die steigenden Einsatzzahlen zeigen eindrucksvoll, wie stark das alpine Gelände genutzt wird – sie zeigen aber auch, dass viele Notfälle vermeidbar wären“, betont Stefan Hochstaffl, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes. „Neben klassischen Rettungen und Suchaktionen sehen wir zunehmend komplexe Einsätze in unwegsamem Gelände. Eine zentrale Ursache bleibt jedoch das mangelnde Erkennen alpiner Gefahren.“

Fehlendes Gefahrenbewusstsein als Hauptproblem

Ein zentraler Auslöser vieler Notfälle liegt laut Bergrettung nicht in fehlender Ausrüstung oder Kondition, sondern im mangelnden Erkennen alpiner Gefahren. Kritische Situationen entstehen selten durch einen einzelnen Fehler, sondern durch eine Kette falscher Einschätzungen. Wer Risiken nicht erkennt, plant unzureichend und reagiert zu spät.

Wetter, Gelände und Erschöpfung als Risikofaktoren

Häufige Ursachen für Einsätze sind plötzliche Wetterumschwünge mit Gewitter, Nebel oder starkem Wind, Orientierungsprobleme in unübersichtlichem Gelände sowie Rutsch- und Sturzunfälle auf nassem Untergrund, Geröll oder Altschneefeldern. Auch Steinschlag, winterliche Schneeverhältnisse und physiologische Belastungen wie Erschöpfung oder Unterkühlung spielen eine zentrale Rolle.

Ehrenamtliche zunehmend am Limit

Die steigenden Einsatzzahlen bedeuten eine enorme Belastung für die Bergrettung. In Österreich stehen 13.129 freiwillige Mitglieder, unterstützt von 228 Bergrettungshunden, in 288 Ortsstellen bereit. In stark frequentierten Regionen sind die Einsatzkräfte teilweise mehrmals täglich gefordert – zusätzlich zu Beruf und Familie. Die Bilanz 2025 macht deutlich: Mehr Wissen über alpine Gefahren kann Unfälle verhindern und Leben retten.


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