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So erkennen Sie seriöse Gesundheitsinformationen

Tips LogoMichaela Aichinger, 15.02.2026 19:00

Immer mehr Menschen recherchieren Gesundheitsfragen im Internet. Das Netz liefert Informationen rund um die Uhr – schnell, bequem, aber nicht immer verlässlich. Laut Studien aus Deutschland (DKV-Report) können 58 Prozent der Befragten nicht einschätzen, ob digitale Gesundheitsquellen vertrauenswürdig sind. Ergo-Digitalexpertin Alina Gedde erklärt im Interview, wie man seriöse Informationen erkennt und worauf bei der Online-Recherche zu achten ist.

Eine kritische Auseinandersetzung mit Gesundheitsinformationen im Netz ist unerlässlich. (Foto: Dasha Petrenko/stock.adobe.com)

Frau Gedde, warum suchen so viele Menschen im Internet nach Gesundheitsinformationen?

Gesundheit ist eines der zentralen Themen im Netz. Die Suche erfolgt oft spontan – sei es bei ersten Symptomen oder zur Vorsorge.

Das Internet bietet schnelle Antworten, aber nicht immer in geprüfter Qualität. Die Herausforderung liegt darin, seriöse Inhalte von unbelegten Meinungen oder Werbung zu unterscheiden.

Wie erkennt man vertrauenswürdige Gesundheitsquellen?

Ein guter Anhaltspunkt ist das Impressum: Dort erfährt man, wer für die Inhalte verantwortlich ist und wie sie finanziert werden. Seiten mit medizinischem Anspruch sollten klar angeben, wer die Autoren sind, welche Qualifikationen sie mitbringen und ob die Informationen wissenschaftlich belegt sind.

Wichtig ist auch das Veröffentlichungsdatum – denn Medizin entwickelt sich ständig weiter. Veraltete Inhalte können riskant sein.

Was macht die Informationssuche so schwierig?

Die Fülle an Informationen ist überwältigend. Beiträge stammen von Ratgeberseiten, Foren oder Social-Media-Kanälen. Doch nicht immer ist klar, wer hinter den Inhalten steht oder welche Interessen verfolgt werden.

Besonders problematisch wird es, wenn fehlende Transparenz auf kommerzielle Absichten trifft – etwa im Influencer-Marketing, wo Empfehlungen häufig Werbung sind.

Worauf sollte man bei gesundheitsbezogenen Social-Media-Kanälen achten?

Die Zahl sogenannter Med-, Fit- und Foodfluencer wächst. Manche liefern fundiertes Wissen, andere verfügen über keine ausreichende Ausbildung.

Seriöse Influencer weisen auf ihre Qualifikationen hin, legen Quellen offen und kennzeichnen Werbung klar. Kommentare und Diskussionen unter den Beiträgen können ebenfalls Hinweise auf Glaubwürdigkeit geben.

Gibt es typische Warnsignale für unseriöse Inhalte?

Ja, zum Beispiel wenn Webseiten oder Beiträge nahezu wundersame Heilungen versprechen, schnelle Erfolge anpreisen oder direkt Produkte verlinken. Auch fehlende Quellenangaben oder unklare Aussagen zur Finanzierung sollten skeptisch machen.

Je emotionaler und aufdringlicher die Darstellung, desto vorsichtiger sollte man sein.

Was raten Sie Menschen, die sich online zu Gesundheitsthemen informieren möchten?

Kritisch bleiben, verschiedene Quellen vergleichen und bei Unsicherheit immer das persönliche Gespräch mit medizinischem Fachpersonal suchen. Das Netz kann wertvolle Informationen liefern, ersetzt aber keine professionelle Diagnose oder Behandlung.

Bei der Suche nach Gesundheitsinfos im Netz wird geraten, kritisch zu bleiben und Quellen zu vergleichen. Hier bieten die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und die Österreichische Ärztekammer konkrete, vertrauenswürdige Anlaufstellen:

  • Das digitale Serviceportal und die „Meine ÖGK“-App: Die ÖGK bietet ein eigenes digitales Magazin und ein Serviceportal (https://www.gesundheitskasse.at/) an, die geprüfte Gesundheitsinformationen zu Themen wie Ernährung, Bewegung und mentaler Gesundheit bereitstellen.
  • Der Ärztefinder: Die Ärztekammer stellt auf den jeweiligen Landesärztekammer-Seiten (Links auf https://www.aerztekammer.at/) einen Ärztefinder zur Verfügung, mit dem Patienten gezielt nach qualifizierten Medizinern suchen können, anstatt sich auf vage Online-Empfehlungen zu verlassen.

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