Karnevalist Tilly mit neuer Putin Satire trotz Verfahren in Russland
DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly zeigt am Rosenmontag, 16. Februar 2026, neue satirische Motivwagen mit Bezug zu Wladimir Putin. In Moskau läuft gegen ihn ein Verfahren in Abwesenheit, laut Gericht drohen Geldstrafe oder Haft von bis zu zehn Jahren. Tilly kündigt an, sich davon nicht einschüchtern zu lassen.

Wie n-tv am 16. Februar 2026 berichtet, nimmt Tilly den Prozess selbst zum Thema und lässt einen Wagen die Auseinandersetzung zwischen staatlicher Macht und Satire darstellen. Nach eigenen Angaben habe er bislang keine offiziellen Unterlagen zum Verfahren erhalten.
Drei Motive aus der Werkstatt
Neben dem Wagen, der den Prozess aufgreift, rollen zwei weitere Putin Motive aus Tillys Werkstatt durch Düsseldorf. Ein Motiv spielt auf eine Steuerung der AFD durch eine Drohne aus der Ferne an, ein anderes zeigt Putin gemeinsam mit Donald Trump in einem Bild, wie sie Europa aufessen.
Vorwürfe und nächster Termin
Nach Angaben des Moskauer Gerichts wird Tilly die Verunglimpfung russischer Staatsorgane vorgeworfen, darunter Armee und Präsident. Zusätzlich steht der Vorwurf im Raum, religiöse Gefühle verletzt zu haben.
Der Prozess findet ohne den Künstler statt und soll am 26. Februar 2026 fortgesetzt werden. Über den Ausgang ist nichts bekannt.
Rückenwind aus Politik und Publikum
Tilly berichtet von vielen Solidaritätsbekundungen, auch aus der Landespolitik in Nordrhein Westfalen. Genannt wird dabei unter anderem Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Der 62 Jährige entwirft und baut seit 1984 Wagen für den Düsseldorfer Rosenmontagszug und wurde 2024 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein Westfalen ausgezeichnet.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden