Virus-Drama in Thailand: Mehr als 70 Tiger in Tierpark qualvoll verendet
THAILAND. Ein tödlicher Virus-Ausbruch erschüttert Thailand: In einem Tierpark starben seit Anfang Februar über 70 Tiger. Behörden kämpfen um die verbliebenen Tiere.

Mehr als 70 majestätische Raubkatzen – tot innerhalb weniger Wochen. In einem privaten Tierpark in der nordthailändischen Provinz Chiang Mai hat ein aggressiver Virus-Ausbruch eine der schwersten Tiertragödien der vergangenen Jahre ausgelöst. Seit Anfang Februar verendeten nach offiziellen Angaben mindestens 72 Tiger. Für viele der Tiere kam jede Hilfe zu spät.
Ein Virus breitet sich unbemerkt aus
Nach ersten Untersuchungen infizierten sich die Tiere mit einem hochansteckenden Erreger, darunter das Canine Staupevirus. Zusätzlich wurden bakterielle Infektionen festgestellt, die die geschwächten Tiere besonders hart trafen. Experten gehen von einer gefährlichen Kombination aus Virus und Sekundärinfektionen aus, die das Immunsystem der Großkatzen kollabieren ließ.
Der betroffene Park – darunter auch Anlagen des bekannten Tiger Kingdom – wurde vorübergehend geschlossen. Die verbliebenen Tiger stehen unter Quarantäne, Tierärzte überwachen ihren Zustand rund um die Uhr. Desinfektionsmaßnahmen und Impfprogramme sollen eine weitere Ausbreitung verhindern.
Zwischen Faszination und Verantwortung
Tiger gelten als Symbol für Kraft und Wildnis. Umso größer ist die Betroffenheit unter Tierfreunden weltweit. In Gefangenschaft gehaltene Großkatzen leben oft in enger Nachbarschaft – ideale Bedingungen für die rasche Verbreitung von Krankheitserregern. Tierschutzorganisationen fordern nun strengere Kontrollen und transparente Gesundheitsstandards.
Für die Pfleger vor Ort ist die Situation eine emotionale Ausnahmesituation. Viele der Tiere wurden über Jahre betreut. Der plötzliche Verlust hinterlässt nicht nur leere Gehege, sondern auch offene Fragen zur Biosicherheit in touristischen Tieranlagen.
Die thailändischen Behörden untersuchen derzeit die genaue Ursache des Ausbruchs. Ziel ist es, weitere Todesfälle zu verhindern und die verbliebenen Tiere zu schützen.


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