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Weltreise wird zum Albtraum: Britisches Paar im Iran zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt

Tips LogoManuel Tonezzer, 19.02.2026 18:23

IRAN. Im Iran sind zwei britische Weltreisende wegen angeblicher Spionage verurteilt worden. Der Prozess dauerte laut Familie nur drei Stunden, eine Verteidigung war nicht zugelassen. Mittlerweile befindet sich das Paar bereits mehr als ein Jahr in Haft.

Lindsay und Craig Foreman waren im Januar 2025 auf ihrer Reise um die Welt auf dem Landweg durch den Iran unterwegs, als sie festgenommen wurden. Foto: APA-Images / AFP / Foreign, Commonwealth & Developm

Ein britisches Paar ist im Iran zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das berichten mehrere englische Medien unter Berufung auf Angehörige des Paares. Lindsay und Craig Foreman waren im Januar 2025 während einer Motorrad-Weltreise auf der Durchreise durch das Land festgenommen worden. Die iranischen Behörden werfen ihnen Spionage vor, das Paar weist die Vorwürfe zurück.

Verteidigung verweigert

Nach Angaben von Lindsays Sohn Joe Bennett dauerte der Strafprozess lediglich drei Stunden, eine Verteidigung sei dem Paar nicht gestattet worden.

Irans Justiz wirft den beiden vor, mit Organisationen zusammengearbeitet zu haben, die Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten unterhalten sollen. Konkrete Beweise wurden bislang nicht öffentlich vorgelegt.

Gefängnis habe „körperliche Spuren hinterlassen“

Kurz vor der Urteilsverkündung hatte Lindsay Foreman in einem Telefoninterview aus dem Evin Prison in Teheran über ihre Haft gesprochen. Das Gespräch wurde in der Sendung „Today“ auf BBC Radio 4 ausgestrahlt.

Foreman habe sich damit abgefunden, dass ihre körperliche Gesundheit nicht mehr so sei wie bei ihrer Einlieferung ins Gefängnis. „Aber ich kann sie wiedererlangen, wenn ich hier rauskomme“, sagte sie. Es sei „unglaublich schwer, positiv zu bleiben“, doch sie versuche, „einen Tag nach dem anderen“ zu nehmen.

Sie bezeichnete die Inhaftierung gegenüber der „BBC“ als „Ausdauerprüfung für den Geist“ und sagte, das Gefängnis habe „auch körperliche Spuren hinterlassen“.

Weiterreise nach Pakistan geplant

Das Ehepaar Foreman befand sich auf einer Weltreise mit dem Motorrad und war unterwegs nach Australien. Am 30. Dezember 2024 reisten sie von Armenien in den Iran ein, wenige Tage später wollten sie Pakistan erreichen.

Doch am 3. Januar wurden sie festgenommen – obwohl sie über gültige iranische Visa, einen offiziellen Reiseführer und eine genehmigte Reiseroute verfügten.

Gefängnis steht in der Kritik

Die britische Innenministerin Yvette Cooper sprach von einem „vollkommen ungerechtfertigten“ Urteil. 

„Wir werden diesen Fall gegenüber der iranischen Regierung unermüdlich weiterverfolgen, bis Craig und Lindsay Foreman sicher ins Vereinigte Königreich zurückgekehrt und wieder mit ihrer Familie vereint sin“,, sagte sie.

Die Foremans werden in getrennten Trakten des berüchtigten Evin Prison festgehalten. Das Gefängnis steht seit Jahren wegen mutmaßlicher Folter und unmenschlicher Haftbedingungen in der Kritik. Berichten zufolge sind dort Tausende Häftlinge inhaftiert, darunter Journalisten und politische Gefangene.

Warnungen vor Reise in den Iran

Das britische Außenministerium warnt derzeit davor, in den Iran zu reisen, wegen „des erheblichen Risikos von Festnahme, Vernehmung oder Inhaftierung“. Auch das österreichische Außenministerium warnt vor Reisen in das Land, stufte dieses mit Sicherheitstuffe vier (von vier) ein.

„Für österreichisch-iranische Doppelstaatsbürgerinnen und Doppelstaatsbürger, besteht im Iran die Gefahr, willkürlich festgenommen, verhört und/oder zu langen Haftstrafen verurteilt zu werden. Es wird an dieser Stelle explizit darauf hingewiesen, dass die konsularischen Möglichkeiten des Außenministeriums und der Österreichischen Botschaft in Teheran in diesen Fällen stark eingeschränkt sind“, heißt es auf der Website des Außenministeriums (Mehr Infos>>>).

In den vergangenen Jahren hat der Iran Dutzende ausländische Besucher und Doppelstaatler festgenommen, meist wegen Spionage- oder sicherheitsrelevanter Vorwürfe.


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