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NEAPEL. Nach Wochen zwischen Hoffnung und Verzweiflung steht nun fest: Der zweijährige Junge, dem kurz vor Weihnachten im Ospedale Monaldi in Neapel ein schwer geschädigtes Spenderherz eingesetzt wurde, ist nicht mehr operierbar.

Symbolbild: DC Studio/stock.adobe.com
Symbolbild: DC Studio/stock.adobe.com

Berichten zufolge kommt eine nationale Expertenkommission aus führenden Kinderherzchirurgen Italiens zu dem Schluss, dass sein Zustand eine erneute Transplantation nicht zulässt.

Zwei Monate im Ausnahmezustand

Der kleine Patient leidet an einer schweren angeborenen Herzerkrankung. Am 23. Dezember erhielt er ein Spenderherz. Doch das Organ arbeitete nach der Operation nicht wie erhofft. Kurz darauf musste das Kind dauerhaft an eine ECMO-Maschine angeschlossen werden. Dieses System übernimmt die Funktion von Herz und Lunge und wird normalerweise nur für begrenzte Zeit eingesetzt. Seit rund 55 Tagen wird der Junge künstlich am Leben gehalten. Eine derart lange ECMO-Therapie gilt als extrem belastend für den Körper. Inzwischen sind neben dem Herz auch weitere Organe wie Leber und Nieren erheblich geschädigt. Nach eingehender Prüfung kamen die Spezialisten zu dem Ergebnis, dass die körperliche Verfassung des Kindes einen zweiten Eingriff nicht überstehen würde.

Zweites Spenderherz

Zwischenzeitlich wurde ein kompatibles Spenderherz gefunden. Der Junge stand innerhalb seiner Blutgruppe an oberster Stelle der Warteliste. Doch nach der aktuellen medizinischen Bewertung wird das Organ einem anderen Kind transplantiert. Die Erfolgsaussichten für den Zweijährigen wurden als zu gering eingestuft.

Verdacht auf folgenschweren Transportfehler

Parallel zur medizinischen Tragödie laufen strafrechtliche Ermittlungen. Im Mittelpunkt steht der Verdacht, dass das erste Spenderherz beim Transport beschädigt wurde. Nach bisherigen Erkenntnissen soll das Organ nicht in einem standardisierten, temperaturüberwachten Transportsystem befördert worden sein. Stattdessen könnte ein ungeeigneter Behälter mit Trockeneis verwendet worden sein. Extreme Minusgrade können Herzmuskelzellen irreversibel schädigen. Die Staatsanwaltschaften in Neapel und Bozen prüfen, ob Vorschriften verletzt wurden und ob der Zustand des Organs vor der Implantation hätte erkannt werden können.  


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