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NEAPEL. Drama in Italien: Ein zweijähriger Junge aus Neapel, der seit seiner Geburt an einem schweren angeborenen Herzfehler leidet, kämpft um sein Leben. Ende Dezember schien sich für das Kind eine lebensrettende Chance zu ergeben: Ein passendes Spenderherz war gefunden worden. Das Organ stammte von einem vierjährigen Kind, das nach einem Unfall in Südtirol verstorben war.

Symbolbild: Nutthavee/stock.adobe.com
Symbolbild: Nutthavee/stock.adobe.com

Berichten zufolge begann für den kleinen Patienten ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit. Sein Zustand galt als kritisch, die Transplantation als letzte Hoffnung.

Spenderherz wurde falsch gekühlt

Das Spenderherz wurde von Bozen nach Neapel transportiert. Dabei kam es offenbar zu einem folgenschweren Fehler in der Kühlung. Statt mit herkömmlichem Eis bei kontrollierten Temperaturen von etwa vier Grad Celsius wurde das Organ mit Trockeneis in Kontakt gebracht.Trockeneis erreicht Temperaturen von rund minus 78 Grad Celsius. Medizinischen Berichten zufolge kann eine derart extreme Kälte empfindliches Gewebe irreparabel schädigen. Das Herz soll während des Transports schwere Kälteschäden erlitten haben.

Transplantation trotz bekannter Schäden

Besonders brisant ist der Vorwurf, dass das beschädigte Organ dennoch transplantiert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das erkrankte Herz des Jungen bereits entfernt worden. Den behandelnden Ärzten blieb offenbar keine Alternative mehr, als das verfügbare Spenderorgan einzusetzen. Ob das Ausmaß der Schäden vor der Transplantation vollständig erkannt wurde und wer darüber informiert war, ist nun Gegenstand von Ermittlungen. Berichten zufolge sollen die Eltern zunächst nicht über die möglichen Transportschäden aufgeklärt worden sein.

Kampf auf der Intensivstation

Seit der Operation liegt der Zweijährige auf der Intensivstation. Er wird künstlich am Leben gehalten. Sein Zustand gilt als äußerst kritisch. Europaweit wird inzwischen nach einem neuen, geeigneten Spenderherz gesucht. Jeder Tag ohne funktionierendes Organ verschlechtert die Prognose. Die medizinische Situation wird von Experten als dramatisch beschrieben.

Ermittlungen und Suspendierungen

Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungen eingeleitet. Zwei beteiligte Ärzte wurden vorläufig suspendiert. Zudem wurde das Kinderherztransplantationsprogramm der betroffenen Klinik vorübergehend ausgesetzt. 


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