BERLIN. Die deutsche Installationskünstlerin Henrike Naumann ist tot. Sie starb am 14. Februar 2026 in Berlin. Naumann war als Mitgestalterin des Deutschen Pavillons bei der Kunstbiennale von Venedig 2026 ausgewählt worden.

Wie der „Spiegel“ am 15. Februar 2026 berichtet, erlag Naumann einer Krebserkrankung. Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), zuständig für den Deutschen Pavillon, verabschiedete sich in einer Mitteilung von der Künstlerin.
Naumann wurde 1984 in Zwickau geboren und lebte und arbeitete in Berlin. Sie gehörte zu einer Generation von Künstlerinnen, die sich zwischen lokaler Prägung und internationaler Kunstszene positionierte.
Deutscher Pavillon als wichtiger Meilenstein
Naumann sollte den Deutschen Pavillon gemeinsam mit der Künstlerin Sung Tieu gestalten, kuratiert von Kathleen Reinhardt. Die Arbeiten sollen ab 9. Mai 2026 im Pavillon zu sehen sein.
Laut ifa war es Naumann wichtig, die konzeptionellen Grundlagen bis zuletzt abzuschließen, damit das Projekt in Venedig ihrer künstlerischen Handschrift folgt.
Möbel und Interieur als politischer Kommentar
Bekannt wurde Naumann für raumgreifende Installationen, in denen sie Möbel, Design und Alltagsobjekte zu szenischen Räumen arrangierte. Damit griff sie gesellschaftliche und politische Fragen auf, etwa wie sich Konflikte und Radikalisierung im Alltag und in Ästhetik spiegeln können.
In ihre Räume band sie auch Video und Sound ein. Ihre Arbeiten zielten oft auf Spannungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Preise und internationale Stationen
Naumann erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter das Karl Schmidt Rottluff Stipendium und den Max Pechstein Preis der Stadt Zwickau. Ihre Werke waren international zu sehen, etwa in Institutionen und Ausstellungskontexten in Deutschland und darüber hinaus.
Das ifa arbeitete mit Naumann auch über die Biennale hinaus zusammen und verwies auf ihre Beiträge in einer eigenen Wanderausstellung seit 2021.


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