Altschnee-Gefahr: Warum Schneefelder jetzt zur tödlichen Falle werden können
ÖSTERREICH. Unsichtbare Gefahr im Frühling. Harte Altschneefelder machen Bergtouren aktuell riskant. Experten warnen vor Absturzgefahr und geben klare Verhaltenstipps.

Die Sonne lockt, die Berge rufen – doch genau jetzt lauert eine oft unterschätzte Gefahr. Während viele bereits in die Wandersaison starten, können sich hartnäckige Altschneefelder oberhalb der Baumgrenze und in schattigen Lagen als tückische Fallen entpuppen.
Heimtückisch im Frühling
Gerade im Frühsommer bleiben Schneereste oft länger liegen, als viele erwarten. Besonders in den Morgenstunden sind diese Felder hart gefroren und spiegelglatt. Ein falscher Schritt genügt – und aus einer harmlosen Passage wird binnen Sekunden eine lebensgefährliche Rutschpartie. Aktuelle Vorfälle zeigen, wie schnell solche Situationen eskalieren können.
Absturzgefahr unterschätzt
Vor allem steile Schneefelder bergen ein enormes Risiko. Wer hier ausrutscht, beschleunigt rasant und verliert oft jede Kontrolle. Bergsport-Experten warnen deshalb eindringlich: Ist ein Schneefeld zu steil oder eisig, sollte es nicht betreten werden. Umkehren gilt dabei nicht als Niederlage, sondern als verantwortungsvolle Entscheidung.
Ausrüstung kann Leben retten
Neben einer realistischen Tourenplanung spielt die richtige Ausrüstung eine entscheidende Rolle. Feste Bergschuhe mit griffiger Sohle sind Pflicht. Für zusätzliche Sicherheit sorgen Grödel, die gerade im Frühjahr zur Standardausrüstung gehören sollten. In steilerem Gelände sind jedoch Steigeisen notwendig – allerdings nur bei entsprechender Erfahrung. Auch Wanderstöcke oder ein Pickel können helfen, die Balance zu halten.
Sekunden entscheiden im Ernstfall
Kommt es dennoch zu einem Sturz, zählt jede Sekunde. Wichtig ist, sofort zu reagieren: in Bauchlage drehen, den Kopf hangaufwärts ausrichten und mit Händen und Füßen versuchen, den Sturz abzubremsen. Nur so besteht die Chance, die Geschwindigkeit zu reduzieren und einen Absturz zu verhindern.
Die Botschaft der Experten ist klar: Wer jetzt in den Bergen unterwegs ist, sollte Risiken nicht unterschätzen. Gute Planung, passende Ausrüstung und eine ehrliche Selbsteinschätzung entscheiden darüber, ob die Tour sicher endet oder gefährlich wird.


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