Update zum Rattengift-Fall bei HiPP: Verdächtiger schweigt
EISENSTADT. Im Zusammenhang mit mehreren manipulierten Babynahrungsgläsern des Herstellers HiPP sitzt ein 39-jähriger Verdächtiger derzeit in der Justizanstalt Eisenstadt. Nach seiner Festnahme durch das Landeskriminalamt Burgenland wurde er überstellt. Parallel dazu wurde ein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt, über den in den kommenden Tagen entschieden werden soll.

Berichten zufolge äußert sich der Verdächtige bislang nicht zu den Vorwürfen und verweigert Aussagen gegenüber den Ermittlungsbehörden.
Ermittlungen zu mehreren betroffenen Produkten
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf eine Serie von manipulierten HiPP-Babynahrungsgläsern, die in verschiedenen Regionen im Umlauf gewesen sein sollen. Nach aktuellem Stand gehen die Behörden von mehreren betroffenen Produkten aus, darunter mindestens fünf verdächtige Gläser. Ein sechstes manipuliertes Glas konnte bislang nicht aufgefunden werden.
Giftfund und Risikoabschätzung
In einem sichergestellten Glas, das in einem Supermarkt in Eisenstadt verkauft wurde, wurde eine geringe Menge Rattengift nachgewiesen. Die gemessene Konzentration lag bei rund 15 Mikrogramm. Toxikologische Gutachten sollen klären, welche gesundheitlichen Folgen eine mögliche Aufnahme insbesondere für Säuglinge gehabt hätte. Diese Bewertung ist entscheidend für die rechtliche Einstufung der Tat.
Vorwürfe und rechtliche Bewertung
Gegen den 39-Jährigen wird wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung sowie versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Je nach Ergebnis der weiteren Untersuchungen könnte auch der Verdacht auf versuchten Mord erhoben werden. Zusätzlich prüfen die Ermittlungsbehörden mögliche Zusammenhänge mit einer mutmaßlichen Erpressung gegen den Hersteller. Eine Sonderkommission arbeitet an der vollständigen Rekonstruktion der Ereignisse. Die Herkunft des Verdächtigen sowie sein mögliches Motiv sind weiterhin unklar. Auch die genaue Anzahl der betroffenen Produkte bleibt Gegenstand der Ermittlungen.

