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Schreckmoment vor Mallorca: Riesige Schlange klettert auf Kajak

Tips LogoManuel Tonezzer, 01.05.2026 07:00

MALLORCA. Eine Kajakgruppe erlebte vor der Küste Mallorcas einen ungewöhnlichen Moment: Eine große Schlange nähert sich den Booten und klettert auf ein Kajak. Der Vorfall unterstreicht ein sich verschärfendes Problem im natürlichen Gleichgewicht Mallorcas.

Eine erhebliche Gefahr stellen die Schlangen vor allem für endemische Tierarten der Balearen dar. Symbolbild: stock.adobe.com/Mario Cobler Blanco

Eine eigentlich harmlose Kajaktour wurde für eine Gruppe Wassersportler vor der Küste Mallorcas plötzlich zur Begegnung der ungewöhnlichen Art. Vor den Malgrats-Inseln bei Santa Ponça kletterte eine Schlange direkt auf eines der Boote – die Szene wurde gefilmt, die Beteiligten blieben erstaunlich ruhig.

Schlange verschwindet im Wasser

Der Vorfall ereignete sich laut der „Mallorca Zeitung“ nahe Cap Negre im Südwesten der Insel. Auf dem Video sind kurze, nervöse Kommentare zu hören, während sich das Tier dem Kajak nähert und schließlich darauf windet. Panik bricht nicht aus - weder bei den Menschen noch bei der Schlange. Nach wenigen Momenten zieht sich das Reptil wieder zurück und verschwindet im Wasser.

Schlangen gelten als wehrhaft

Bei dem Tier handelt es sich nach Einschätzung der Gruppe um die Hufeisennatter. Diese Schlangenart ist nicht giftig, kann jedoch als wehrhaft gelten und bei Bedrohung zubeißen. Für den Menschen besteht in der Regel keine ernsthafte Gefahr.

Brisanter ist der ökologische Kontext: Die Hufeisennatter gehört nicht zu den ursprünglich auf Mallorca heimischen Arten. Wie auch andere Nattern wurde sie vermutlich Anfang der 2000er-Jahre eingeschleppt – mutmaßlich über den Import von Oliven- und Johannisbrotbäumen aus Andalusien. In der neuen Umgebung fand sie kaum natürliche Feinde und konnte sich entsprechend stark ausbreiten.

Bedrohung für das ökologische Gleichgewicht

Neben der Hufeisennatter kommen inzwischen auch andere Arten wie die Treppennatter und die Schlingnatter auf der Insel vor. Besonders die Hufeisennatter bereitet Behörden Sorgen: Einzelne Tiere können bis zu zwei Meter lang werden und vermehren sich rasch.

Das Problem geht über einzelne Begegnungen wie jene auf dem Meer hinaus. Die eingeschleppten Schlangen bedrohen das empfindliche Ökosystem der Balearen. Vor allem endemische Arten geraten unter Druck, darunter die Pityusen-Eidechse und die Balearen-Eidechse. Beide gelten inzwischen als gefährdet.

Da die invasiven Nattern nicht unter Schutz stehen, versuchen die Behörden seit Jahren, ihre Ausbreitung einzudämmen. 


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