Alarm am Gardasee: Drei Meter langer Fisch breitet sich immer weiter aus
GARDASEE/ITALIEN. Der Gardasee zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen der Österreicher. Doch unter der Wasseroberfläche breitet sich seit Jahren ein unerwünschter Bewohner aus: der Europäische Wels.

Die bis zu drei Meter langen Raubfische setzen heimische Arten massiv unter Druck. Nun will Italien mit gezielten Maßnahmen gegensteuern.
Riesige Raubfische verdrängen heimische Arten
Der Europäische Wels stammt ursprünglich nicht aus dem Gardasee. Seit seinem ersten Nachweis Ende der 1980er-Jahre hat sich die Art jedoch stark ausgebreitet. Heute kommt der Wels nahezu im gesamten See vor und wird von Berufsfischern regelmäßig gefangen. Das Problem: Der Wels ist ein äußerst anpassungsfähiger Spitzenräuber. Er ernährt sich von Fischen aller Art und frisst unter anderem Forellen, Renken, Barsche, Aale und junge Hechte. Dadurch geraten heimische Bestände zunehmend unter Druck. Besonders bedroht ist der seltene Carpione, eine nur im Gardasee vorkommende Forellenart, deren Bestand seit Jahren zurückgeht.
Italien startet Maßnahmen gegen den Riesenwels
Um die Ausbreitung einzudämmen, stellt die Region Venetien nun rund 100.000 Euro bereit. Mit dem Geld sollen Berufsfischer beim gezielten Fang der Tiere unterstützt werden. Gefördert werden unter anderem spezielle Netze und Ausrüstungen, um die großen Fische effizienter aus dem See zu holen. Ziel ist es, den Bestand langfristig zu reduzieren und das ökologische Gleichgewicht im Gardasee zu stabilisieren.
Bis zu drei Meter lang und über 100 Kilogramm schwer
Der Europäische Wels ist der größte reine Süßwasserfisch Europas. Die Tiere werden meist zwischen eineinhalb und zwei Meter lang, in Ausnahmefällen erreichen sie jedoch nahezu drei Meter und ein Gewicht von mehr als 100 Kilogramm. Da sie kaum natürliche Feinde haben und sich hervorragend an neue Lebensräume anpassen können, wächst ihre Population vielerorts stetig.
Müssen sich Badegäste Sorgen machen?
Für Urlauber besteht nach Einschätzung von Experten kaum Gefahr. Zwar verfügen Welse über ein großes Maul und können sich kräftig verteidigen, bestätigte Angriffe auf Badende sind jedoch äußerst selten. Die eigentliche Bedrohung betrifft vielmehr das empfindliche Ökosystem des Gardasees und die heimischen Fischbestände, die durch den eingeschleppten Raubfisch zunehmend unter Druck geraten.







