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MALLORCA. Invasive Schlangenarten werden auf der spanischen Insel Mallorca zu einem Problem. Sie breiten sich immer weiter aus und werden für Einheimische und Urlauber zu einer Plage. Das müssen Reisende jetzt wissen:

Keine der auf Mallorca vorkommenden Schlangenarten ist für den Menschen gefährlich. Symbolbild: stock.adobe.com/pedro

Auf Mallorca breiten sich invasive Schlangenarten seit einigen Jahren zunehmend aus. Besonders betroffen ist inzwischen auch die unbewohnte Insel Sa Dragonera vor der Südwestküste Mallorcas.

Dort wurde laut „Mallorca Zeitung“  im letzten Jahr erstmals eine invasive Hufeisennatter nachgewiesen - seitdem breiten sie sich dort ungehindert aus. Dazu erreichte die Ausbreitung  erstmals auch kleinere Nachbarinseln.

Schlangen sind auf Mallorca nicht heimisch

Die Schlangen sind auf Mallorca ursprünglich nicht heimisch. Ausbreiten können sie sich aber vor allem deswegen, weil sie auf der Insel keine natürlichen Feinde haben. Vermutlich gelangten sie Anfang der 2000er-Jahre mit importierten Pflanzen auf die Insel, wie das Magazin „National Geographic“ berichtet. Vor allem beim Transport von Oliven- und Johannisbrotbäumen aus Andalusien wurden die Tiere eingeschleppt – Pflanzen, die besonders auf Fincas beliebt sind.

Inzwischen kommen auf Mallorca mehrere Natternarten vor, darunter die Treppennatter, die Schlingnatter und die Hufeisennatter. Vor allem letztere bereitet zunehmend Probleme, da sie sich stark vermehrt und kaum natürliche Feinde hat. Einzelne Tiere können bis zu zwei Meter lang werden.

Sichtungen nehmen zu

Sichtungen wurden in den vergangenen Jahren immer häufiger gemeldet. Anwohner entdecken die Schlangen in Gärten, unter Terrassen, in Holzstapeln oder in landwirtschaftlich genutzten Gebieten wie Oliven- und Mandelhainen. Auch in Strandnähe wurden bereits Tiere beobachtet.

Im vergangenen Jahr fanden deutsche Urlauber im Osten der Insel zwei große Exemplare in ihrem Garten – eine Hufeisennatter und eine Kettennatter.

Keine Gefahr für den Menschen

Für Menschen stellen die Tiere grundsätzlich keine große Gefahr dar. Die Nattern sind ungiftig, ihre Bisse können jedoch Entzündungen verursachen. Im Falle eines Bisses sollte daher ärztlicher Rat eingeholt werden. Bei Ausflügen in die Natur empfehlen Experten festes Schuhwerk.

Wer eine Schlange entdeckt, sollte Abstand halten und das Tier nicht anfassen oder versuchen zu vertreiben. Schlangen reagieren in der Regel nur dann aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen. In Gärten oder auf Fincas empfiehlt es sich außerdem, Essensreste zu vermeiden und Unterschlupfmöglichkeiten wie herumliegendes Holz oder Geröll möglichst zu reduzieren, da diese Verstecke anziehen können.

Bedrohung für das ökologische Gleichgewicht

Problematisch ist die Ausbreitung vor allem für das ökologische Gleichgewicht der Insel.  Da die invasiven Nattern auf Mallorca nicht geschützt sind, versuchen Behörden seit Jahren, ihre Ausbreitung einzudämmen.

Eine erhebliche Gefahr stellen die Schlangen vor allem für endemische Tierarten der Balearen dar. Besonders betroffen sind zwei Eidechsenarten: die Pityusen-Eidechse (P. pityusensis) und die Balearen-Eidechse. Beide wurden Anfang des Jahres von der Regionalregierung als gefährdete Arten eingestuft, um ihren Schutz zu verstärken.


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