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KROATIEN. Ein Fisch, der eigentlich in tropischen Atlantikgewässern beheimatet ist, sorgt derzeit in Kroatien für Aufsehen. Er wurde vor der Küste von Rijeka nachgewiesen - und damit ausgerechnet in einem der kältesten Bereiche des Mittelmeers. 

Der Monrovia-Doktorfisch ist ursprünglich in tropischen und subtropischen Regionen des östlichen Atlantiks verbreitet. Symbolbild: stock.adobe.com/Richard Carey

Ein Fisch aus tropischen Atlantikgewässern, der plötzlich in der vergleichsweise kühlen Adria vor Kroatien auftaucht, beschäftigt derzeit Meeresbiologen und stellt diese vor ein Rätsel.

Erstmals wurde der Monrovia-Doktorfisch (Acanthurus monroviae) im Jahr 2024 in der Kvarner-Bucht nahe der Küstengemeinde Kostrena gesichtet. Schon dieser Nachweis galt als ungewöhnlich. Eine weitere Beobachtung wirft nun aber Fragen auf.

Meeresbiologen stehen vor Rätsel

Meeresbiologe Marcelo Kovačić vom Naturhistorischen Museum in Rijeka ordnet den Fund gegenüber dem kroatischen Sender „HRT“ so ein: „Der Fund deutet darauf hin, dass diese tropische Art möglicherweise in der nördlichen Adria überwintert hat – in einem der zwei kältesten Teile des Mittelmeers, was seltsam wäre. Die andere Möglichkeit ist ein mehrfaches Eindringen des Fisches, was ebenfalls ungewöhnlich ist, vor allem weil alles auf einem kleinen Raum im Küstengebiet von Kostrena passiert.“

Tier wurde möglicherweise freigesetzt

Die Adria gilt mit rund 450 bekannten Fischarten als vergleichsweise artenreich. Dennoch beobachten Fachleute seit Jahren Veränderungen im Ökosystem. Steigende Wassertemperaturen und zunehmender Schiffsverkehr begünstigen das Auftreten nicht heimischer Arten. Dazu zählt auch der giftige Rotfeuerfisch, der sich im Mittelmeerraum weiter ausbreitet.

Dass der Doktorfisch eigenständig aus dem tropischen Atlantik in die nördliche Adria gelangt ist, halten Experten für äußerst unwahrscheinlich. Stattdessen wird vermutet, dass das Tier aus einem Aquarium freigesetzt wurde. Ein Transport über Schiffe gilt aufgrund strenger Regularien als weniger wahrscheinlich.

Auffällig ist zudem, dass nicht nur diese Art plötzlich in der Region auftaucht. Laut Kovačić wurden in der nördlichen Adria zuletzt drei weitere bislang unbekannte Arten registriert. Auch die Sichtung einer seltenen Hai-Art sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit unter Forschern.

Tauchern wird zur Vorsicht geraten

Vorsicht ist beim Umgang mit dem Monrovia-Doktorfisch geboten. Das Tier besitzt einen scharfen, klingenartigen Stachel an der Schwanzwurzel, der Verletzungen verursachen kann. Wissenschaftler rufen daher Fischer, Taucher und Urlauber dazu auf, Sichtungen zu melden. Ein bereits geborgenes Exemplar wird derzeit wissenschaftlich untersucht.

Herkunft und Lebensraum

Der Monrovia-Doktorfisch ist ursprünglich in tropischen und subtropischen Regionen des östlichen Atlantiks verbreitet. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht von der Küste Westafrikas bis zu Inselgruppen wie den Kapverden.

Dort lebt er vor allem in küstennahen Gewässern, oft in felsigen Bereichen oder Seegraszonen. Wie andere Doktorfische ernährt er sich überwiegend von Algen und spielt in seinem ursprünglichen Lebensraum eine wichtige Rolle für das ökologische Gleichgewicht von Riffen und Küstenhabitaten.

 


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