Pokémon Go für Naturschutz: App jagt invasive Pflanzen
ÖSTERREICH. Eine neue App macht Naturschutz zum Mitmach-Einsatz. Gemeinden planen Aktionen, Bürger helfen mit – und werden sogar belohnt.

Invasive Pflanzen werden für Gemeinden immer mehr zum Problem. Sie breiten sich rasch aus, verdrängen heimische Arten und verursachen hohe Kosten. Genau hier setzt die App Crowdsorsa an: Sie macht die Bekämpfung von Neophyten einfacher, übersichtlicher – und bindet die Bevölkerung aktiv ein.
Naturschutz per App
Das Prinzip klingt modern und motivierend: Gemeinden und Umweltorganisationen erstellen in Crowdsorsa konkrete Aufgaben zur Entfernung invasiver Pflanzen. Die Einsätze werden über die App koordiniert, dokumentiert und bleiben nachvollziehbar.
Bürger können direkt mitmachen und übernehmen Aufgaben in ihrer Umgebung. Für ihren Einsatz erhalten sie eine kleine finanzielle Entschädigung. Der spielerische Ansatz erinnert an „Pokémon Go“ – nur geht es hier nicht um virtuelle Monster, sondern um echten Naturschutz vor der Haustür.
„Mit Crowdsorsa können Gemeinden nicht nur planen, sondern auch die Bevölkerung aktiv einbinden. Die App verbindet klare Aufgaben mit direkter Bürgerbeteiligung“, sagt Toni Paju, CEO des Herstellers Finnora Oy.
Erfolge in Skandinavien
In Skandinavien ist Crowdsorsa bereits erfolgreich im Einsatz. Allein in Finnland nutzen heuer mehr als 90 Gemeinden die Plattform, in Schweden sind es 15, in Norwegen 8 Gemeinden. 2025 wurden damit bereits mehr als drei Millionen Quadratmeter Neophyten bekämpft.
Für Deutschland und Österreich übernimmt die ScanLang GmbH den Vertrieb. Sie begleitet Gemeinden bei Einführung und Umsetzung. Die organisatorische Abwicklung liegt beim Crowdsorsa-Team, das Auftraggeber auch beim Marketing unterstützt.
So wird aus einer lästigen Pflicht eine gemeinsame Aktion: digital geplant, lokal umgesetzt und mit sichtbarem Nutzen für Natur und Gemeinde.


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