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COVENTRY/VEREINIGTES KÖNIGREICH. Astronomen haben vier bislang übersehene Weiße Zwerge in höchstens 65 Lichtjahren Entfernung nachgewiesen. Die Sternreste umkreisen jeweils einen Roten Zwerg, dessen Licht sie bei bisherigen Beobachtungen verdeckte. Einer der Funde zählt nun zu den sonnennächsten bekannten Weißen Zwergen.

Das System G 203-47 mit einem weißen Zwerg, der einen roten Zwerg umkreist gibt Rätsel auf (Illustration); Bild: KI-generiert

Wie Phys.org berichtet, gelang der direkte Nachweis in Systemen, die bisher wie einzelne Rote Zwerge wirkten. Die helleren Begleitsterne überstrahlten die kompakten Sternreste lange Zeit.

Das Forschungsteam der University of Warwick und der University of Colorado Boulder nutzte Ultraviolettdaten des Weltraumteleskops Hubble. In diesem Bereich lassen sich Weiße Zwerge besser erkennen, auch wenn aktive Rote Zwerge die Auswertung erschweren.

Hubble-Daten bringen Klarheit

Weiße Zwerge sind die dichten Überreste ausgebrannter Sterne. In den vier untersuchten Systemen kreisen sie eng um Rote Zwerge, die größer und heller erscheinen.

Besonders auffällig ist das System G 203-47. Es liegt nur rund 25 Lichtjahre entfernt und gilt nun als neuntnächster bekannter Weißer Zwerg zur Sonne.

Der Begleiter war schwer zu finden: Bereits vor 27 Jahren fiel eine Bewegung des Roten Zwergs auf, die auf ein weiteres massereiches Objekt hindeutete. Erst die neue Auswertung bestätigte den Weißen Zwerg direkt.

Ein System gibt Rätsel auf

Auch die Bewegung im System G 203-47 überrascht die Forscher. Der Rote Zwerg dreht sich offenbar in mehr als 100 Tagen einmal um sich selbst, umrundet den Weißen Zwerg aber in nur 14,9 Tagen.

Solche Daten helfen, die Entwicklung enger Doppelsterne besser zu verstehen. Manche Systeme durchlaufen offenbar heftige Wechselwirkungen, andere entwickeln sich deutlich ruhiger.

Die Ergebnisse passen zu bisherigen Modellen: Für den Umkreis von 20 Parsec, also rund 65 Lichtjahren, wurden vier bis fünf solcher engen Paare erwartet. Da erst ein Teil der Roten Zwerge systematisch untersucht wurde, könnten in der näheren Sternumgebung noch weitere unentdeckte Weiße Zwerge liegen.


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