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HONOLULU/USA. Wissenschaftler der University of Hawaiʻi at Mānoa haben ein Modell für Saturnmond Titan vorgestellt. Es zeigt, dass eine mehrere Kilometer dicke Methankruste das Innere des Mondes wärmen und seine auffallend flachen Krater erklären könnte. Die Erkenntnisse sind auch für die NASA Mission Dragonfly wichtig, die 2034 bei Titan eintreffen soll.

Saturnmond Titan (Illustration); Bild: KI-generiert
Saturnmond Titan (Illustration); Bild: KI-generiert

Wie Universe Today berichtet, verbindet die neue Analyse zwei lange offene Fragen: Warum besitzt Titan trotz Sonnenlichts weiter viel Methan in der Atmosphäre und warum wirken seine Einschlagskrater ungewöhnlich flach.

Titan gilt als besonderer Himmelskörper im Sonnensystem. Er hat eine dichte Atmosphäre und Flüssigkeiten auf der Oberfläche, allerdings bestehen Flüsse, Seen und Meere dort nicht aus Wasser, sondern aus Methan und Ethan.

Kruste könnte bis zu neun Kilometer dick sein

Die Forschenden modellierten, wie sich Einschlagskrater entwickeln, wenn die oberste Eisschicht nicht nur aus Wassereis besteht. Entscheidend ist Methanclathrat, also Eis, in dessen Struktur Methanmoleküle eingeschlossen sind.

Das Modell passt zu Daten der Cassini Sonde. Eine Schicht aus Methanclathrat mit mehreren Kilometern Dicke könnte die beobachteten flachen Krater erklären. Die Hauptquelle nennt eine Spannweite von zwei bis neun Kilometern, die ergänzende Universitätsquelle fünf bis zehn Kilometer.

Methanclathrat ist nach den Berechnungen stärker und isoliert besser als normales Wassereis. Dadurch könnte es Wärme im Inneren halten und die darunterliegende Eisschale weicher machen.

Warme Eisschale füllt Krater langsam auf

Ist die Eisschale warm und beweglich genug, kann sie sich über lange Zeiträume verformen. Die Krater würden dadurch langsam flacher werden, ähnlich wie sich warme Gletscher auf der Erde bewegen.

Das Modell liefert auch einen möglichen Hinweis auf die Herkunft des Methans in Titans Atmosphäre. Wird Methan in der Kruste gespeichert und steigt nach und nach nach oben, könnte es den Verlust durch Sonnenlicht ausgleichen.

Unter Titans Eisschale wird zudem ein Ozean aus flüssigem Wasser vermutet. Sollte es dort lebensfreundliche Bedingungen geben, wäre ein Stofftransport durch eine warme, bewegliche Eisschale besonders wichtig.

Dragonfly soll Titan genauer untersuchen

Die NASA plant mit Dragonfly eine Rotorlandesonde für Titan. Sie soll 2028 starten und 2034 ankommen, um die Oberfläche aus der Nähe zu untersuchen.

Für die Mission könnten die neuen Ergebnisse eine wichtige Rolle spielen. Wenn Material aus tieferen Schichten leichter an die Oberfläche gelangt, steigen die Chancen, Hinweise auf chemische Prozesse oder mögliche Biomarker zu finden.


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