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Forscher entdecken Spuren einer fernen Planetenkollision - Mögliche Parallelen zur Mondentstehung

SEATTLE/USA. Ein Forschungsteam der University of Washington hat Hinweise auf eine mögliche Kollision zweier Planeten in rund 11.000 Lichtjahren Entfernung gefunden. Die Beobachtung betrifft den Stern Gaia20ehk und wurde am Mittwoch, 11. März 2026, veröffentlicht. Nach Einschätzung der Astronomen könnte das Ereignis Parallelen zur frühen Entstehung von Erde und Mond haben. Wie Wissenschaftler vermuten kollidierte vor 4,5 Mio. Jahren der Urplanet Theia mit der Erde wodurch der Mond entstand.

Wissenschaftler vermuten eine Planetenkollision im System des Sterns Gaia20ehk; Foto: KI-generiert
Wissenschaftler vermuten eine Planetenkollision im System des Sterns Gaia20ehk; Foto: KI-generiert

Wie die University of Washington auf ihrer Website berichtet, sichteten die Wissenschaftler ältere Teleskopdaten und stießen auf einen Stern, der sich ungewöhnlich verhielt. Normalerweise leuchtet ein Stern wie unsere Sonne über lange Zeit recht gleichmäßig. Bei Gaia20ehk zeigten sich jedoch schon ab 2016 kurze Einbrüche der Helligkeit, ehe das Signal rund um 2021 deutlich unruhiger wurde.

Nach Einschätzung des Teams rund um Anastasios Tzanidakis lag die Ursache wohl nicht im Stern selbst. Stattdessen dürften große Mengen aus Staub und Gestein vor dem Stern vorbeigezogen sein und sein Licht teilweise verdeckt haben. Genau dieses Muster gilt als mögliches Zeichen für eine heftige Kollision in dem fernen System.

Staub und Hitze liefern die wichtigsten Hinweise

Entscheidend war für die Auswertung auch das Infrarotlicht, also Wärmestrahlung. Während das sichtbare Licht des Sterns schwächer wurde, nahm diese Wärmestrahlung deutlich zu. Das spricht dafür, dass das Material im Umfeld stark erhitzt wurde.

Die Astronomen vermuten deshalb, dass sich zwei Planeten zunächst mehrfach gestreift haben könnten. Später dürfte es dann zu einem großen Zusammenstoß gekommen sein. Gesichert ist dieses Szenario noch nicht, doch die Messdaten passen nach Angaben des Teams auffallend gut dazu.

Fund erinnert an frühe Phase unseres Sonnensystems

Besonders interessant ist die Entfernung der Staubwolke zu ihrem Stern. Sie bewegt sich laut den Forschern in etwa in einer astronomischen Einheit um Gaia20ehk, also ungefähr in der Distanz zwischen Erde und Sonne. Das macht den Fund für die Forschung zur Planetenentstehung besonders spannend.

Solche Ereignisse direkt zu beobachten ist selten. Dafür müssen die Umlaufbahnen günstig stehen und die Helligkeit eines Sterns über Jahre genau vermessen werden. Der neue Fund könnte deshalb helfen, besser zu verstehen, wie oft planetare Zusammenstöße vorkommen und unter welchen Bedingungen sich lebensfreundliche Welten bilden.

Die Analyse erschien am 11. März in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters. Für die Astronomie ist das auch ein Hinweis darauf, dass künftige große Himmelsdurchmusterungen noch deutlich mehr solcher Kollisionen aufspüren könnten.


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