Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

SANTA CRUZ/USA. Neue Modellrechnungen zeigen, wie Saturns helle Ringe entstanden sein könnten. Forschende aus den USA und China vermuten, dass ein früherer Eismond namens Chrysalis dem Planeten zu nahe kam und dabei zerrissen wurde. Die Ergebnisse wurden bei einer Fachkonferenz Lunar and Planetary Science vorgestellt.

Der zerstörte Mond Chrysalis könnte Material für die Ringe des Saturns geliefert haben (Illustration); Foto: KI-generiert

Saturns Ringe gehören zu den auffälligsten Strukturen im Sonnensystem. Sie bestehen fast nur aus Wassereis und könnten erst vor rund 100 Millionen Jahren entstanden sein, also vergleichsweise spät in der Geschichte des Planeten.

Im Mittelpunkt steht Chrysalis, ein vermuteter früherer Mond des Saturn. Laut den Berechnungen könnte er etwa so groß wie der heutige Saturnmond Iapetus gewesen sein und aus einem eisigen Mantel sowie einem felsigen Kern bestanden haben.

Schwerkraft riss Eis vom Mond

Wie Universe Today sowie eine Vorabstudie auf arXiv berichten, führten Yifei Jiao, Francis Nimmo, Jack Wisdom und Rola Dbouk Simulationen zu engen Vorbeiflügen von Chrysalis an Saturn durch. Dabei kam der hypothetische Mond in den Bereich der Roche Grenze, also jene Zone, in der die Schwerkraft eines großen Planeten einen kleineren Himmelskörper auseinanderziehen kann.

In den Modellen wurde vor allem der Eismantel abgetragen. Ein Teil des Materials entkam Saturns Schwerkraft, ein anderer Teil blieb gebunden und konnte sich später zu einem flachen Ring ordnen.

Ringe waren anfangs wohl größer

Die heutigen Ringe könnten nur ein Rest eines ursprünglich größeren Systems sein. Große Monde wie Titan könnten später viel Material aus dem Ringbereich entfernt haben.

Offen bleibt, was mit dem größten Rest von Chrysalis geschah. Möglich ist, dass er in Saturn stürzte, aus dem System entkam oder weitere Spuren auf anderen Monden hinterließ.

Erklärung passt zu Eis und Masse

Die Ergebnisse stützen eine bereits bekannte Theorie zur Herkunft der Saturnringe. Sie erklären, warum die Ringe so eisreich sind und warum ihre Masse ungefähr zu den heutigen Beobachtungen passt.

Ganz geklärt ist die Entstehung aber noch nicht. Weitere Simulationen sollen zeigen, wie sich die Trümmer über längere Zeit entwickelten und ob Einschläge auf Saturnmonden zusätzliche Hinweise liefern.


Mehr zum Thema

Von Diamantregen bis zu Monden, die ihre Bahnen tauschen: Die Top 10 Sehenswürdigkeiten unseres Sonnensystems
Artikel

Von Diamantregen bis zu Monden, die ihre Bahnen tauschen: Die Top 10 Sehenswürdigkeiten unseres Sonnensystems

Unser Sonnensystem mit acht Planeten und unzähligen Monden hat viel Spektakuläres zu bieten. Angenommen, Außerirdische würden ...


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Dieses Bier schmeckt nach Wald – und kommt jetzt erstmals ohne Alkohol

Dieses Bier schmeckt nach Wald – und kommt jetzt erstmals ohne Alkohol

ÖSTERREICH. Wald im Glas – und das erstmals ohne Alkohol: Die Bundesforste und Braumeister Axel Kiesbye präsentieren zwei neue Waldbiere ...

Tips - total regionalThomas Leitner
Nach US-Open-Triumph: Zverevs Schläger wird für guten Zweck versteigert

Nach US-Open-Triumph: Zverevs Schläger wird für guten Zweck versteigert

DEUTSCHLAND. Alexander Zverev hat gerade die US Open gewonnen – nun können sich Tennisfans ein besonderes Stück Sportgeschichte sichern: ...

Tips - total regionalThomas Leitner
So will Sternekoch Andreas Senn junge Menschen für Fine Dining gewinnen

So will Sternekoch Andreas Senn junge Menschen für Fine Dining gewinnen

SALZBURG. Vier Gänge, Getränkebegleitung und zwei Michelin-Sterne. Andreas Senn will jungen Menschen die Scheu vor Sterneküche nehmen – ...

Tips - total regionalThomas Leitner
Kronplatz rüstet auf: Drei neue Bahnen für den Skiwinter 2026/27

Kronplatz rüstet auf: Drei neue Bahnen für den Skiwinter 2026/27

SÜDTIROL. Am Kronplatz beginnt die Skisaison mit mehreren Neuerungen. Drei neue Bahnen, neue Pisten und ein Frühbucher-Angebot warten ab Ende ...

Tips - total regionalThomas Leitner
Tragödie in Niederösterreich: Radfahrerin (59) stirbt bei Unfall

Tragödie in Niederösterreich: Radfahrerin (59) stirbt bei Unfall

EBERSDORF/NIEDERÖSTERREICH. Tragischer Verkehrsunfall im Bezirk St. Pölten-Land: Eine 59-jährige Radfahrerin ist am Mittwochabend, 16. September ...

Tips - total regionalVerena Beneder, LL.B.
Tragödie: Bub (1) von Bruder (8) mit Radlader überfahren

Tragödie: Bub (1) von Bruder (8) mit Radlader überfahren

RUPPERTSHOFEN/DEUTSCHLAND. Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Ostalbkreis ist ein einjähriger Bub von einem Mini Radlader überrollt ...

Tips - total regionalNiklas Killinger
Weitere Beiträge