86-jähriger Pensionist mit Parkinson wegen offener Kfz-Abgabe verurteilt
LINCOLN/VEREINIGTES KÖNIGREICH. Ein 86-jähriger Mann mit Parkinson ist in England wegen einer nicht rechtzeitig bezahlten Kfz-Abgabe verurteilt worden. Das Gericht ordnete eine Zahlung von 3,34 Pfund an, nachdem sein Auto rund sechs Wochen nicht korrekt versteuert war.

Der Pensionist aus dem Raum Newcastle hatte die jährliche Abgabe von 20 Pfund für seinen Ford Fiesta übersehen. Seine Tochter kümmert sich um seine finanziellen Angelegenheiten und war zu diesem Zeitpunkt gerade umgezogen.
Wie The Independent berichtet, hatte der Mann zuvor bereits eine Strafe von 80 Pfund bezahlt und ging deshalb davon aus, dass die Angelegenheit erledigt sei. Dennoch leitete die britische Zulassungsbehörde ein Strafverfahren ein.
Gericht verzichtet auf weitere Strafe
Das Verfahren wurde am Magistrates’ Court in Lincoln im schriftlichen Schnellverfahren behandelt. Der Mann bekannte sich schriftlich schuldig und schilderte seine gesundheitliche Situation sowie die Alzheimer-Erkrankung seiner ebenfalls 86-jährigen Ehefrau.
Die Richterin sprach eine bedingungslose Entlassung aus und verzichtete damit auf eine zusätzliche Geldstrafe. Die Zahlung von 3,34 Pfund an die Zulassungsbehörde blieb jedoch aufrecht.
Kritik an schriftlichem Schnellverfahren
Der Fall rückt erneut das sogenannte Single Justice Procedure in den Blick. Bei diesem Verfahren entscheiden Richter über weniger schwere Delikte meist ohne öffentliche Verhandlung.
Persönliche Angaben von Beschuldigten gelangen dabei nicht automatisch zur anklagenden Behörde. Die britische Regierung prüfte zuletzt zusätzliche Schutzmechanismen für Betroffene in schwierigen Lebenslagen.


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