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Über 1.000 Euro Strafe nach Hundekauf: Qualzucht kann auch Käufer teuer kommen

Tips LogoThomas Leitner, 26.08.2026 10:04

WIEN. Wer einen Hund mit deutlich erkennbaren Qualzuchtmerkmalen kauft, riskiert in Österreich nicht nur hohe Tierarztkosten, sondern auch eine Geldstrafe. Ein aktueller Fall aus Wien zeigt, dass das Qualzuchtverbot auch für Käufer gilt.

Hunde in Zwinger (Foto: pepperarts/adobe.stock)
Hunde in Zwinger (Foto: pepperarts/adobe.stock)

Ein Hundekauf ist in Wien für einen Tierhalter teuer ausgegangen: Weil er einen augenscheinlich von Qualzucht betroffenen Welpen erworben hatte, wurde gegen ihn eine Strafe von etwas mehr als 1.000 Euro verhängt. Auf den Fall aufmerksam geworden war eine Tierschutzorganisation, nachdem der Käufer in sozialen Medien über den Welpen berichtet hatte.

Nach Angaben der Tierschutzombudsstelle Wien ist es in Österreich verboten, Tiere mit Qualzuchtsymptomen oder äußerlich erkennbaren Qualzuchtmerkmalen zu erwerben oder zu importieren. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 7.500 Euro.

Kurze Schnauze und hervorstehende Augen können Warnzeichen sein

Zu den möglichen Qualzuchtmerkmalen zählen unter anderem extrem kurze Schnauzen, stark hervorstehende Augen, ausgeprägte Hautfalten sowie Fehlstellungen und Einschränkungen des Bewegungsapparates. Was bei manchen Hunderassen als typisches Aussehen gilt, kann für die Tiere erhebliche gesundheitliche Folgen haben.

Betroffene Hunde können etwa unter Atemproblemen, wiederkehrenden Entzündungen, eingeschränkter Beweglichkeit oder chronischen Schmerzen leiden. Besonders häufig wird die Problematik unter anderem bei Möpsen sowie Französischen und Englischen Bulldoggen diskutiert. Qualzucht kann allerdings auch bei zahlreichen anderen Rassen auftreten.

„Kein Tier sollte leiden müssen, nur weil Menschen ein bestimmtes Aussehen schön oder gar belustigend finden. Gesundheit und Lebensqualität müssen wichtiger sein als ein extremes optisches Ideal“, erklärt die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy.

Worauf Käufer beim Hund achten sollten

Die Tierschutzombudsstelle empfiehlt, sich vor der Anschaffung eines Hundes genau über die Gesundheit der Elterntiere, mögliche rassetypische Erkrankungen sowie die jeweiligen Zucht- und Haltungsbedingungen zu informieren. Sichtbare gesundheitliche Einschränkungen sollten nicht mit dem Hinweis akzeptiert werden, sie seien für eine bestimmte Rasse „normal“.

„Jeder Kauf beeinflusst, welche Hunde künftig gezüchtet werden“, betont Persy. Wer einen Hund aufnehmen möchte, könne zudem Tierheime in die Suche einbeziehen. Dort warten auch junge Hunde auf ein neues Zuhause.

Weitere Informationen zu Qualzucht und zur verantwortungsvollen Anschaffung von Haustieren bietet die Tierschutzombudsstelle Wien auf ihrem Haustiercheck-Portal.


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