Sonnblick: Seit 140 Jahren Arbeitsplatz über den Wolken
TIROL. Auf 3.106 Metern läuft die Forschung rund um die Uhr: Das Sonnblick-Observatorium feiert 140 Jahre – und Menschen aus dem Raurisertal machen es möglich.

Eine Woche am Gipfel leben und arbeiten: Für die Techniker am Sonnblick-Observatorium gehört das zum Beruf. Auf 3.106 Metern halten sie den Messbetrieb am Laufen – an einem Arbeitsplatz, der seit 140 Jahren wertvolle Einblicke in Wetter und Klima liefert. Am 2. September 1886 begann hier die kontinuierliche Wetterbeobachtung. Seither wurde die Messreihe nahezu ohne Unterbrechung fortgeführt.
Dem Saharastaub auf der Spur
Anfangs erfassten wenige Instrumente Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonnenscheindauer. Heute erforschen Wissenschaftler am Hohen Sonnblick auch Gletscher, Permafrost, Wolken und Spurengase. Sogar Saharastaub oder Spuren eines Vulkanausbruchs lassen sich in den Messdaten nachweisen.
Dabei hilft die außergewöhnlich reine Höhenluft: Weil lokale Abgase die Messungen am Gipfel kaum beeinflussen, können die Forscher Veränderungen in der Atmosphäre besonders präzise erfassen.
Ohne das Tal kein Gipfelbetrieb
Ein elfköpfiges Kernteam unter Christian Maier sorgt dafür, dass die Forschung an 365 Tagen im Jahr funktioniert. Die Techniker wechseln sich wochenweise ab, für Forschungsprojekte reisen Wissenschaftler aus Europa und darüber hinaus an.
Die Wurzeln des internationalen Forschungsstandorts liegen im Raurisertal. Bergwerksbesitzer Ignaz Rojacher aus Kolm Saigurn trieb einst die Errichtung voran. Seine Knappen schleppten Baumaterial und Messgeräte auf den Berg. Heute sichern Techniker, Seilbahner und weitere Fachkräfte aus der Region den Betrieb – und führen damit ein Stück heimischer Pioniergeschichte fort.








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