Mallorca statt Massentourismus: Diese Gesten kommen bei Einheimischen an
MALLORCA. Proteste gegen den hohen Tourismusdruck haben auf Mallorca zuletzt für Schlagzeilen gesorgt. Dabei können auch Urlauber zu einem besseren Miteinander beitragen. Mitarbeiter einer Hotelgruppe verraten, welche kleinen Gesten auf der Insel gut ankommen.

Zehntausende Menschen demonstrierten in Palma, auch in anderen Teilen Mallorcas gab es Proteste. Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem die Folgen des starken Tourismus: knapper Wohnraum, überlastete Straßen und Orte sowie der hohe Verbrauch natürlicher Ressourcen.
Diese Probleme lassen sich nicht durch Verhaltensregeln für Urlauber lösen. Dennoch können Besucher mit Rücksicht und Interesse an Land und Leuten zeigen, dass sie Mallorca nicht nur als Urlaubskulisse betrachten. Sechs Mitarbeiter der Universal Beach Hotels, die seit fast 80 Jahren auf der Insel vertreten sind, haben dazu Tipps gesammelt.
Schon ein „Bon dia“ kommt gut an
Niemand erwartet, dass Urlauber Mallorquín sprechen. Ein paar Wörter werden aber als Zeichen der Wertschätzung wahrgenommen. „Bon dia“ für guten Morgen, „Gràcies“ für Danke oder „Adéu“ zum Abschied können bereits einen Unterschied machen.
Auch auf den beliebten Wochenmärkten raten Einheimische dazu, nicht nur Fotos zu machen. Wer Obst, Käse, Oliven oder Gebäck kauft und probiert, unterstützt lokale Händler und kommt leichter mit den Menschen ins Gespräch. Ähnliches gilt für kleine Geschäfte, Bars und Restaurants abseits der großen Touristenzentren.
Nicht jede Bucht mit dem Mietwagen ansteuern
Vor allem kleine Buchten und Bergdörfer geraten durch den Autoverkehr schnell an ihre Grenzen. Enge Straßen, Parkplatzsuche und Staus belasten Einheimische und Gäste gleichermaßen. Wo es möglich ist, können Bus, Fahrrad oder ein Fußweg die bessere Alternative zum Mietwagen sein.
Auch bei vermeintlichen Instagram-Geheimtipps ist Zurückhaltung angesagt. Ein einziges spektakuläres Foto kann eine zuvor ruhige Bucht innerhalb kurzer Zeit zum überlaufenen Hotspot machen. Die Empfehlung der Hotelmitarbeiter: Menschen vor Ort nach Alternativen fragen, statt immer dieselben Social-Media-Ziele anzusteuern.
Urlaubskulisse ist für andere das Zuhause
Was für Urlauber eine malerische Gasse oder ein schöner Dorfplatz ist, gehört für Einheimische zum Alltag. Besonders in Wohngebieten sollte daher auf Lärm, private Grundstücke und das Fotografieren von Häusern und Menschen Rücksicht genommen werden.
„Mallorca ist für unsere Gäste Urlaub, für uns aber Zuhause“, bringt es Maria del Carmen Ruiz Caro, Front Office Managerin im Universal Grand Leon & SPA, auf den Punkt. Ihr Tipp: Besucher sollten sich fragen, wie sie sich Touristen am eigenen Wohnort wünschen würden.
Wasser sparen und Natur respektieren
Auch der sorgsame Umgang mit der Natur gehört zum Mallorca-Knigge. Vor allem im Sommer ist Wasser auf der Insel kostbar. Kürzeres Duschen und ein bewusster Umgang mit Wasser helfen ebenso wie Rücksicht an Stränden und Buchten. Geschützte Dünen und Pflanzen sollten nicht betreten und Abfälle wieder mitgenommen werden.
Unter dem Motto „Be a guest not just a tourist“ greift Universal Beach Hotels diese Tipps seit 5. Oktober in einer Social-Media-Kampagne auf. Bis Ende Oktober erzählen sechs Mitarbeiter, was aus ihrer Sicht einen respektvollen Gast auf Mallorca ausmacht.








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